Online-Händler
Windeln.de geht an die Börse

Begleitet von Geldhäusern wie Deutscher Bank und Goldman Sachs geht der Online-Shop windeln.de an die Börse. Der Internethändler testet die Stimmung am Finanzmarkt zu einer Zeit, da die Kurse Höchststände erreichen.
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MünchenNach Zalando drängt mit Windeln.de der nächste Online-Händler in Deutschland an die Börse. Noch in diesem Jahr soll die Notierung der Aktien in Frankfurt anlaufen, teilte der Versandhändler für Baby- und Kleinkinderartikel am Freitag in München mit. Auch in Luxemburg soll die Aktie gehandelt werden.

Geplant ist ein Emissionsvolumen von bis zu rund 200 Millionen Euro. Davon sollen 100 Millionen aus einer Kapitalerhöhung und 80 Millionen aus dem Verkauf von Aktien der bisherigen Gesellschafter kommen, zu denen neben Finanzinvestoren und den Gründern auch die Deutsche Bank und Goldman Sachs zählen. Hinzu kommen möglicherweise neue Aktien aus einer Mehrzuteilungsoption.

Das frische Geld will Windeln.de vor allem in weiteres Wachstum stecken. Mit Blick auf Zukäufe sagte Geschäftsführer Alexander Brand, einer der zwei Unternehmensgründer, der Nachrichtenagentur Reuters: „Wir führen verschiedene Diskussionen, aber es ist noch nichts spruchreif.“ Von der offiziellen Ankündigung bis zur Erstnotiz dauert es in der Regel vier Wochen. Festgelegt hat sich windeln.de nur darauf, dass der Börsengang noch 2015 über die Bühne gehen soll.

Im vergangenen Jahr hat sich der Umsatz von windeln.de auf 101 Millionen Euro mehr als verdoppelt, im ersten Quartal 2015 waren es schon 35,6 Millionen Euro. Die Wachstumsrate von 87 Prozent von Januar bis März werde sich aber über das Gesamtjahr nicht ganz aufrecht erhalten lassen, sagte Finanzchef Nikolaus Weinberger.

Das Unternehmen, gegründet 2010, vertreibt unter anderem Windeln, Babynahrung und Spielzeug für Babys und Kleinkinder. Der Internet-Shop unter der namensgebenden Marke sei vor Steuern und Zinsen schon 2014 profitabel gewesen. Windeln.de setzt in China mehr um als in Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Chinesen kaufen gerne deutsche Qualität“, sagte Brand. Insgesamt machte windeln.de im vergangenen Jahr aber netto fast zehn Millionen Euro Verlust.

Laut Finanzkreisen schwebt windeln.de eine Börsenbewertung von 500 bis 600 Millionen Euro vor, so dass 30 bis 40 Prozent der Aktien nach dem Börsengang im Streubesitz wären. Im Januar hatte windeln.de noch einmal 45 Millionen Euro bei Investoren eingesammelt. Größter Aktionär ist der britische Technologie- und Wachstumsfinanzierer DN Capital (24,3 Prozent) und Acton Capital (19,5 Prozent), die vom Münchener Medienkonzern Burda maßgeblich finanziert wird. Burda hatte bereits den Online-Tierfutterhändler Zooplus an die Börse gebracht.

Der Deutsche Aktienindex sprang am Freitagmorgen auf ein Rekordhoch. Anleger könnten also durchaus bereit sein, neue Aktiengesellschaften an der Börse zu begrüßen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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