Pharmaaktien gelten als aussichtsreich
Profis sichern sich mit Defensivtiteln ab

Anleger sollten stärker in defensive Werte gehen. Dies empfehlen Marktstrategen immer wieder, seit die Rally des Vorjahres einem schwankungsreichen Seitwärtstrend gewichen ist und drohende Zinserhöhungen typische Wachstumswerte zu Wackelkandidaten machen.

HB DÜSSELDORF. Attraktiv erscheinen den Experten defensive Klassiker wie Versorgertitel, Energiewerte und Aktien aus dem Gesundheitsbereich, wie eine Handelsblatt-Umfrage unter führenden deutschen Vermögensverwaltern ergab.

Ob eine Aktie als dauerhaft wertstiftend eingestuft wird, liegt aber nicht einzig an der Branchenzugehörigkeit. „Defensive Werte sind Aktien, die in schwierigen Zeiten den Gewinn halten“, definiert Portfoliomanager Eberhard Weinberger von der Jens Ehrhardt Kapital, dessen Haus im aktuellen Ranking der Agentur Firstfive den ersten Platz in der ausgewogenen Risikoklasse belegt. Die Zugehörigkeit zu bestimmten Branchen sei dabei kein Muss.

Vermögensverwalter Frank Lingohr, der in den Listen der Vermögensberatung WSH häufig als einer der besten Aktienportfolio-Manager auftaucht, sieht es ähnlich: „Wir sind Wertinvestoren, die Branchen sind uns eigentlich egal.“ Trotzdem ergebe eine systematische Suche nach den weltweit attraktivsten Titeln derzeit eine Übergewichtung in defensiven Branchen. Pharmakonzerne wie Schering, Bayer, Altana und Glaxo Smithkline hat Lingohr in seine Portfolios aufgenommen.

Die Leiterin des Portfoliomanagements der – bei Firstfive ebenfalls weit vorne platzierten – Weber-Bank, Andrea Schruff, schätzt Pharmatitel, weil diese in Phasen vor einer Zinserhöhung höhere Renditen abwerfen als die meisten übrigen Branchen. „In den Bewertungsmodellen der Analysten schlagen bei diesen Titeln höhere Zinsen nicht so durch.“ Ein Vorteil sei auch, dass nach den jüngsten Übernahmegefechten Ruhe in die Branche gekommen sei. „Mit einer Novartis sind Anleger derzeit gut bedient“, sagt Schruff. Portfoliomanager Weinberger von Jens Ehrhardt zieht hingegen Generikahersteller wie Stada den Pharmagrößen vor, weil sie nicht unter dem ständigen Druck stünden, neue Medikamente entwickeln zu müssen.

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