Profi-Anlageempfehlung
Glänzende Aussichten für deutsche Autoaktien

Die deutsche Autoindustrie brummt: Sie profitiert von der Erholung der Weltwirtschaft und vom schwachen Euro. Die Aussichten für das operative Geschäft der drei großen deutschen Autoproduzenten sind durchweg positiv.
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DÜSSELDORF. Für die Beschäftigten in der deutschen Automobilindustrie fällt in diesem Jahr die Zeit der weihnachtlichen Besinnlichkeit kürzer als üblich aus. Die Branche brummt. Die Hersteller fahren Sonderschichten und die Weihnachtsferien werden verkürzt. Die derzeit gute Auftragslage für die deutschen Autoproduzenten beruht zum einen auf der Erholung der Weltwirtschaft und zum anderen auf dem schwachen Euro.

Der deutsche Markt sorgt für Fantasie bei Autos

Aber auch die Aussichten der Branche stimmen zuversichtlich. Auf den beiden wichtigsten Absatzmärkten der Welt, China und USA, ist vorerst mit hohen Zuwachsraten zu rechnen. Zugleich zeichnet sich in Deutschland eine Erholung ab.

Der Absatz in der Volksrepublik China wächst seit Jahren prozentual zweistellig. Dennoch kommen bislang weniger als 50 Wagen auf 1 000 Einwohner. In Europa liegt dieser Wert bei deutlich über 600. In den USA kommt fast auf jeden Einwohner, Babies und Greise inbegriffen, ein Fahrzeug. Auf 1 000 Einwohner kommen demnach 985 Autos. Verglichen damit verfügt China also über ein erhebliches Nachholpotenzial.

Ganz anders stellt sich die Situation in den Vereinigten Staaten dar. Hier hat die Wirtschaftskrise dazu geführt, dass die Wagen erst einmal länger als in „normalen“ Zeiten gefahren wurden. Dadurch ist deren durchschnittliche Laufleistung auf ein Rekordniveau gestiegen. Doch irgendwann ist eine Grenze erreicht und die Autofahrer müssen ihre alten gegen neue Fahrzeuge tauschen, wenn sie nicht mit dem Bus fahren wollen.

Darüber hinaus sorgt der deutsche Markt für Fantasie bei Autos. Dies gilt insbesondere für die Fahrzeuge der Premiumklasse. Denn hier stellt die Bundesrepublik nach wie vor den größten und damit wichtigsten Absatzmarkt der Welt dar. Die robuste deutsche Konjunktur, vorgezogene Lohnerhöhungen bei Daimler & Co. sowie die verbesserte Stimmung der Verbraucher dürften dafür sorgen, dass schon bald wieder mehr höherpreisige Autos verkauft werden.

Die PKW-Absätze sollten sowohl in China als auch in den USA und in Deutschland im kommenden Jahr prozentual zweistellig wachsen. Auf allen drei Märkten sind die deutschen Autoproduzenten hervorragend positioniert.

Die Aktien von Daimler sind in den vergangenen zwölf Monaten deutlich hinter den Kursen von BMW und Volkswagen zurückgeblieben. Hier bietet sich das größte Aufwärtspotenzial. Aufgrund des guten Geschäftsverlaufs erhöhte der Vorstand zuletzt erneut die Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2010.

Da sich die Umsatz- und Gewinnaussichten für Daimler deutlich verbessert haben, ist die Aktie trotz eines Kursanstiegs von rund 50 Prozent in den zurückliegenden zwölf Monaten noch immer moderat bewertet.

Gute Einstiegsmöglichkeit bei Daimler-Aktien

Auch bei BMW laufen die Geschäfte wieder rund. Das Unternehmen erzielte im Oktober sogar einen Absatzrekord. Mit fast 129 000 Einheiten verkauften die Bayern so viele Fahrzeuge wie noch nie in einem einzelnen Monat. Allerdings ist der Kurs der BMW-Stämme zuletzt stark gestiegen. Die Aktien sind deutlich höher bewertet als die von Daimler.

Am besten gelaufen sind die Vorzüge von VW. Deren Kurs hat sich in den vergangenen zwölf Monaten mehr als verdoppelt. Zwar überzeugten auch die Wolfsburger mit ihren Ergebnissen der ersten neun Monate 2010. Doch auch die Gefahr von Gewinnmitnahmen ist deutlich gestiegen.

Die Aussichten für das operative Geschäft der drei großen deutschen Autoproduzenten sind durchweg positiv. Vor allem die Daimler-Aktien bieten noch immer eine gute Gelegenheit zum Einstieg. Bei BMW und Volkswagen warten risikobewusste Anleger auf Kurskorrekturen.

Holger Schroeder ist Leiter Vermögensverwaltung von Hauck & Aufhäuser Privatbankiers.
Die Anlageempfehlung spiegelt die Einschätzung des Autors wider. Sie ist keine Empfehlung der Redaktion.

Kommentare zu " Profi-Anlageempfehlung: Glänzende Aussichten für deutsche Autoaktien"

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  • ich fürchte, "die Primitivmasche des internets" besteht eher darin, fröhlich über Dinge diskutieren zu wollen, von denen man offensichtlich keinerlei Ahnung hat - und dann auf diesbezügliche Hinweise auch noch pampig zu reagieren.


  • über den Tellerrand geguckt:

    -Der Absatz in der Volksrepublik China wächst seit Jahren prozentual zweistellig. Dennoch kommen bislang weniger als 50 Wagen auf 1 000 Einwohner. in Europa liegt dieser Wert bei deutlich über 600. in den USA kommt fast auf jeden Einwohner, babies und Greise inbegriffen, ein Fahrzeug. Auf 1 000 Einwohner kommen demnach 985 Autos. Verglichen damit verfügt China also über ein erhebliches Nachholpotenzial.-

    Sollten die Chinesen die Aufholjagd, das suggeriert ja
    der Autor, starten.

    Würde ich empfehlen: Leute kauft ÖL-Aktien.
    Noch geht ohne den Stoff nicht viel bei Autos.
    Auch Chinesen fahren mit benzin.100te Millionen-Chinesen
    wollen zwar auch Autos, wie weit das geht, bestimmt aber noch vorläufig der Ölpreis.
    Nicht jeder will wohl nur ein Automuseum haben (habe ich gelesen, es sollen schon Autos gehalten werden, nicht zum fahren, sondern als Statussymbol, also mit Museumscharackter).

    Und noch erw2a, was mir im Artikel aufstößt,

    also der Halter von bMW und Mercedes ist gewöhnlich nicht derjenige der wegen kurzen Geldmanfels mal seine
    Karre 2 Jahre länger fahrt. ich glaube das hat der Stand
    nicht nötig. Der kauft bedarf sogar nach Laune.
    Denn die Aktienoptionen strömen in den USA wieder reichlich. Die Erezugung von Millionären über Aktien-Oiptionen ist in den USA unvermindert weitergangen.
    Wers nicht glaubt. Na bitte ab in die insider informationen. Aber Vorsicht, da kann man ganz schnell,
    ganz schön neidig werden.



  • [4] Stop digging

    ich möchte noch was auf deine 21. Jahrhundert HipHop
    Dig the dog Aphorismen zur Lebensweisheit loswerden.
    Das 19 Jahrhundert konnte sowas viel besser:

    Goldene Regel:
    Man muß die Menschen nicht nach ihren Meinungen beurteilen,sondern nach dem, was diese Meinungen aus ihnen machen. Dieser Lichtenberg hat weit ins 21 Jht hinübergeblickt. Er meinte auch das Aus-ihnen-machen muß genau beobachtet werden.

    Also ich beobachte genau wie mir einer ans bein pinkeln will und; die Sache an sich; ansonsten ignoriert.
    Eine blamage ist das noch nicht, aber dazu fehlt jetzt nur noch ein kleiner Schritt , nämlich der DRiTTE
    der dagegenbasht.
    Löcher sind zum stopfen da.

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