Profi-Anlageempfehlung
Wer vom Wiederaufbau in Japan profitiert

Die Katastrophe von Japan hat die Anleger auf der ganzen Welt verunsichert. Holger Schroeder von Hauck & Aufhäuser erklärt, welche Branchen profitieren werden - und wo Anleger jetzt besser vorsichtig sein sollten.

Die Natur- und Nuklearkatastrophe von Japan hat die westlichen Aktienmärkte nur kurzfristig schockiert. Deutlich länger werden allerdings einzelne Branchen und Unternehmen mit den Folgen zu kämpfen haben. Andere wiederum dürften vom Wiederaufbau sogar profitieren.
So müssen nach den jüngsten Schätzungen die Versicherungsgesellschaften für die Schäden mit einer Summe von 34 Milliarden US-Dollar haften. Und dieses Jahr ereigneten sich schon vor dem Unglück in Japan in anderen Regionen der Welt schwere Naturkatastrophen. Damit dürften die für das Gesamtjahr 2011 eingeplanten Schadensvolumina der Versicherungsgesellschaften schon jetzt deutlich übertroffen werden. Folge: Die Munich Re kündigte bereits für das erste Quartal ein deutlich negativ ausfallendes Ergebnis an. Vorsichtige Anleger warten daher ab.

Japan ist einer der weltweit wichtigsten Märkte für Luxusgüter. LVMH beispielsweise erzielt in dem Land knapp zehn Prozent seines Umsatzes. Angesichts der Katastrophe und der noch gar nicht kalkulierbaren Folgen werden sich die meisten Japaner zunächst auf den Konsum unentbehrlicher Produkte beschränken. Keine guten Rahmenbedingungen für die Hersteller edler Uhren und teurer Taschen.
Die japanischen Pkw-Hersteller sind schwer angeschlagen. Zerstörte Fabriken und Schwierigkeiten der Zulieferer führen zu Produktionsausfällen. Bis heute hat Toyota rund 350000 weniger Autos gebaut als ursprünglich geplant. Ein Ende der Produktionsunterbrechungen ist nicht in Sicht. Bei Honda und Nissan sieht es kaum besser aus. Auch beim französischen Autobauer PSA standen schon die Bänder zwei Wochen lang still, weil Zulieferteile aus Japan fehlten.

Umgekehrt könnte es Volkswagen schneller als erwartet gelingen, Toyota als Weltmarktführer abzulösen. Nach Angaben aus Wolfsburg läuft dort die Produktion dank eines umfangreichen Zulieferernetzes bislang ohne Probleme. Im Gegenteil: Die Marke VW meldete für das erste Quartal 2011 einen Rekordabsatz. Allerdings ist zu beachten, dass ein durch Japan verursachter Dämpfer des weltweiten Wirtschaftswachstums wahrscheinlich auch an VW nicht spurlos vorbeigehen wird.

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