Rückschritt
Anleger sichern sich gegen Crash ab

Trotz des Allzeithochs des marktbreiten S&P-500- Index setzen Optionshändler an den Terminmärkten offenbar auf einen kräftigen Rückschritt. Nach Daten von Morgan Stanley haben Investoren noch nie so viel dafür ausgegeben, sich gegen einen Rutsch des S&P-500 abzusichern wie derzeit.

HB NEW YORK. Die Differenz zwischen Put-Optionen auf den S&P-500 und den Kosten, um auf weitere Kursgewinne zu setzen, ist seit August auf rund acht Prozentpunkte gestiegen. Sie liegt noch über dem Höchstwert im Juli 2001 – kurz bevor der S&P-500 um mehr als 30 Prozent einbrach. Die sich ausweitende Spanne wird von Analysten und Fondsmanagern, etwa von Oppenheimer Funds und Harris Private Bank, als Indikator für eine bevorstehende Korrektur interpretiert. Seit Mitte August hat der S&P-500 mit der Spekulation auf sich wieder erholende Kreditmärkte rund elf Prozent zugelegt.

„Die inzwischen kampferprobten Investoren sichern sich dieses Mal verstärkt ab“, sagt Jack Ablin, Chef-Investor der Harris Private Bank in Chicago. Am Freitag lag der S&P 500 auf dem Allzeithoch von 1 557,59 Punkten. Die Gewinnprognosen für die Unternehmen im S&P 500 liegen aber bereits niedriger: Für das dritte Quartal wurde Anfang Oktober ein durchschnittliches Gewinnwachstum von nur noch 0,7 Prozent prognostiziert – noch Mitte August gingen Schätzungen von einem Wachstum von 4,7 Prozent aus. David Tice vom Prudent Bear Fund ist pessimistisch für den US-Markt. Er hat Put-Optionen auf den S&P 500 im Portfolio und sagt, dass der Index „mit Leichtigkeit“ in den nächsten zwölf bis 24 Monaten um 50 Prozent fallen könne. Die jüngste Erholung verzögere nur den unausweichlichen Crash.

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