SDax und MDax
US-Konzerne gehen in Deutschland auf Shoppingtour

Die deutsche Unternehmenslandschaft zieht Interessenten aus den Vereinigten Staaten an. Die Vorliebe der US-Konzerne für Werte aus dem MDax und SDax wird nicht nur durch den Niedrigzins angefacht.
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FrankfurtDie amerikanischen Unternehmen sind dabei, auf Shoppingtour in der deutschen Unternehmenslandschaft zu gehen. Niedrige Kosten für Übernahmekredite, hohe Cash-Bestände und vor allem der günstige Wechselkurs bilden einen Mix, der Zukäufe hierzulande nur allzu verlockend erscheinen lässt. Besonders im Fokus: die Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe im MDax und SDax.

„Eine Hand voll solcher Deals sind durchaus möglich. Das ist ein realistisches Szenario für diese Börsensegmente“, sagt Christian Kames, der Leiter für das Übernahmegeschäft der US-Großbank Citi in Deutschland. Zwar sei in diesem Jahr keine große Welle zu erwarten, aber das Einfallstor stehe „weit offen“. Einer der Vorzüge sei dabei, dass es in Deutschland so gut wie keine politischen Hindernisse gebe, meint Kames. Anders als in Frankreich mit seiner aktiven Industriepolitik hält sich die Bundesregierung bei Fusionen und Übernahmen in der Regel zurück.

Befeuert wird der gesamte M&A-Markt derzeit von den niedrigen Zinsen, die für günstige Konditionen beim Einsatz von Fremdkapital sorgen. „Das Umfeld ist hervorragend. Zahlreiche Finanzierungsanbieter wie Banken und Debt Fonds zeigen eine hohe Finanzierungsbereitschaft. Man könnte sagen: Hohe Finanzierungsvolumina sind derzeit auf der Jagd nach relativ wenigen Deals“, sagt Sascha Pfeiffer, Managing Director im Frankfurter Büro von Altium Capital. Allerdings sind auch die Preise sehr hoch – Schnäppchen gibt es keine mehr im Markt.

Deshalb werden auch zunehmend Aktien als Akquisitionswährung zum Einsatz kommen. „Je nach Branche sind die Bewertungen sehr hoch, gerade in stabilen, nichtzyklischen Branchen. Das wird auch so bleiben aus unserer Sicht, solange sich an den Aktienmärkten und am Zinsumfeld nichts Grundlegendes ändert“, meint Pfeiffer. Weltweit betrug das M&A-Volumen in den vergangenen beiden Monaten jeweils gut 400 Milliarden Dollar – ein Trend, den es seit dem Jahr 2007 nicht mehr geben hat. Im Mai gab es auch wieder zahlreiche Mega-Deals mit Beteiligung nordamerikanischer Adressen– alleine sechs Transaktionen sind größer als zehn Milliarden Dollar gewesen.

Für die US-Unternehmen – aber auch für die deutschen Konzerne – sind Übernahmen ein Weg, um hohe Sonderausschüttungen an die Aktionäre zu vermeiden. Außerdem besteht immer die Gefahr, das aktivistische Investoren und Hedgefonds die Vorstände unter Zugzwang setzen, wenn Mitbewerber zukaufen und Marktanteile gewinnen. In den USA sei bereits die Hälfte solcher Kampagnen von Aktivisten erfolgreich gewesen, erläutert Kames.

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  • HAHA! Wie lange dauert es noch dann werden kleine deutsche Unternehmen auf Schnäppchen-Portalen wie dealdackel.de oder mydealz.de angebote :-D

  • Lohnt sich allein schon wegen dem gefakten Dollar / Euro-Kursverhältnis.

  • @Allraun: Nicht nur Know-How Klau, bei Mittelständlern klauen die, die Pensionsrückstellungen! Da sind russische, chinesische und indische Investoren wesentlich fairer.

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