Spread Betting
„Wetten, dass...?“ auf Britisch

Wetten, dass Prinzessin Diana noch heimlich auf einer einsamen Insel lebt, oder dass es an Silvester in London schneit? In Großbritannien kann man auf alles und jeden wetten, und die Insulaner tun das mit Ausdauer und Genuss. Inzwischen hat aber eine Disziplin allen anderen Wetten den Rang abgelaufen.

LONDON. Oha, so schnell sind 50 Pfund verschwunden. Eine kleine Wette darauf, dass der Leitindex der Londoner Börse in 15 Minuten unter 6 420 Punkte fällt, und schon ist man um einen nicht ganz unerheblichen Betrag ärmer. Es war aber auch wirklich knapp, nach Ablauf der Viertelstunde stand der FTSE-100 am vergangenen Freitag Vormittag bei 6 422 Zählern, drei winzige Pünktchen über der Marke, die einem einen ansehnlichen Gewinn beschert hätte. Und es war wirklich ärgerlich, denn am Ende des Tages lag der Index sehr viel tiefer als 6 420 Punkte; nur am Vormittag schnupperte der FTSE kurz etwas Höhenluft.

Wetten, dass Prinzessin Diana noch heimlich auf einer einsamen Insel lebt, oder dass es an Silvester in London schneit? In Großbritannien kann man auf alles und jeden wetten, und die Insulaner tun das mit Ausdauer und Genuss. Als Gordon Brown, damals noch Finanzminister, 2002 die Wettsteuer abschaffte, stieg der Umsatz der britischen Buchmacher innerhalb von drei Jahren von 7,5 auf 40 Mrd. Pfund im Jahr. Die Klassiker sind nach wie vor Pferderennen und andere Sportarten wie Cricket oder Fußball.

Aber eine Disziplin hat allen anderen Wetten den Rang abgelaufen: Inzwischen zockt der Brite am liebsten an der Börse. Financial Spread Betting hat sich längst zum ernst zu nehmenden Investment-Instrument und zu einem lukrativen Geschäft entwickelt. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, das die Spread Better mittlerweile für fast ein Drittel der Umsätze an der Londoner Börse verantwortlich sind. Tendenz steigend, denn die aktuelle Krise an den Finanzmärkten, heizt das Wettfieber weiter an.

Spread Betting lässt sich am ehesten mit dem Kauf von Futures oder Optionen vergleichen. Der Anleger wettet darauf, dass bestimmte Aktien, Währungen, Rohstoffe oder Indizes steigen oder an Wert verlieren. Wie ein Hedge-Fonds-Manager kann der Spread Better also auch mit fallenden Kursen Geld verdienen. Aber das ist noch nicht der entscheidende Vorteil, den die Wetten gegenüber herkömmlichen Investments bieten. Anders als beim direkten Kauf oder Verkauf von Aktien sind die Gewinne aus dem Spread Betting steuerfrei.

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