Tool der Woche
Festgeldzinsen sollten genau geprüft werden

Die Zinsen für Spargeld sind zuletzt weiter gesunken. Um nicht noch mehr Geld zu verbrennen, sollten Sparer Angebote vergleichen. Denn die Geldhäuser zahlen unterschiedliche hohe Zinsen.
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FrankfurtEs sind keine guten Nachrichten für Sparer, die ihr Geld auf Konten und Sparbüchern parken: Zuletzt ist die Inflationsrate in Deutschland vor allem wegen des teureren Ölpreises auf 2,2 Prozent geklettert, im Februar erreichte sie den höchsten Stand seit viereinhalb Jahren. Auch in der Euro-Zone sind die Verbraucherpreise nach einer ersten Schätzung im Februar um zwei Prozent gestiegen, wie das Statistikamt Eurostat mitteilt – auf den höchsten Wert seit Januar 2013. Die Zinsen für Tages- und Festgeld sackten dagegen immer weiter ab.

Der Grund: die Geldschwemme der Europäischen Zentralbank (EZB), die mit dem billigen Geld versucht, die Konjunktur in der Euro-Zone in Schwung zu bringen. Die Banken zahlen schon seit geraumer Zeit Strafzinsen für ihre Einlagen bei der Notenbank. Ihren Geschäftskunden zwacken daher immer mehr Geldhäuser Zinsen für Einlagen ab. Und bei Privatkunden ist der Sparzins immer tiefer gesunken. Viele Banken bieten schon gar kein Tages- oder Festgeld mehr an. Im Durchschnitt hat sich der Satz für das täglich verfügbare Tagesgeld 2016 halbiert auf nun 0,18 Prozent, wie die Frankfurter FMH-Finanzberatung berechnet. Ähnlich schrumpfte der Zins für Festgeld. Sparer bekommen im Schnitt gerade noch 0,22 Prozent.

Doch auch, wenn Experten die Zinsen für das Kontosparen nun in einer Talsohle sehen, bedeutet das noch lange nicht, dass Banken und Sparkassen in naher Zukunft wieder großzügig Sparzinsen zahlen werden. Zwar dürften die 25 Ratsmitglieder der EZB bei ihrem Treffen am kommenden Donnerstag vor allem über das Thema Inflation im Euroraum sprechen. Denn der von den Notenbankern angestrebte Zielwert der Geldentwertung von knapp unter zwei Prozent ist nun mehr als erreicht, was die Debatte über ihren geldpolitischen Kurs befeuert. Doch mit einem tatsächlichen Kurswechsel in Richtung einer restriktiven Geldpolitik, der irgendwann auch wieder höhere Leitzinsen bedeutet, rechnen Volkswirte eher im Herbst.

Bisher trieben neben Energiepreisen saisonale Einflüsse die Preise, sagt etwa Kristian Tödtmann, Volkswirt der Sparkassentochter Deka Bank. Im Februar rechnet er mit einem Höhepunkt der Entwicklung. Lebensmittelpreise seien durch das kalte Winterwetter deutlich gestiegen, das dürfte nicht so bleiben. So werde sich die Inflationsrate in Deutschland um zwei Prozent einpendeln, erwartet der Ökonom.

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Sicher ist, dass Sparer derzeit real Geld verbrennen

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