Top-Vermögensverwalter halten Kursniveau für attraktiv und raten Anlegern zu Engagements
Fondsprofis setzen auf Aktien und Anleihen in Europa

Fondsverwalter der erfolgreichsten Investmentfonds in Deutschland räumen dem europäischen Aktienmarkt wie auch dem europäischen Anleihemarkt derzeit bessere Chancen ein als dem US-Markt. Beim Anleihemarkt favorisieren sie Europa auf Grund der niedrigen Inflation.

DÜSSELDORF. Fondsverwalter der erfolgreichsten Investmentfonds in Deutschland räumen dem europäischen Aktienmarkt wie auch dem europäischen Anleihemarkt derzeit bessere Chancen ein als dem US-Markt. Beim Anleihemarkt favorisieren sie Europa auf Grund der niedrigen Inflation und der voraussichtlich weiterhin niedrigen Zinsen. Allerdings bestehen unterschiedliche Meinungen darüber, wie lange die Rally der längerfristigen Anleihen noch anhält. Aktien seien weiterhin günstig bewertet und hätten noch weiteres Kurspotenzial, sagten die Profis dem Handelsblatt.

"Die Aktien hier zu Lande sind attraktiv. Die Ertragserwartungen sind nicht rückläufig", meint Tobias Klein, Manager des Europa Aktienfonds ULM FP und Fondsmanager des Jahres 2004. Klein weist auf die jüngsten Aktivitäten der Finanzinvestoren in Europa als Indikator hin. "Finanzinvestoren sind nicht blind. Sie gehen dahin, wo es etwas zu gewinnen gibt." Auch Dachfondsmanager Markus Kaiser, von der Londoner Ratingagentur Citiwire als bester Fondsmanager Deutschlands gekürt, sieht weitere Kurschancen für europäische Aktien. Kaiser untersucht nach einem systematischen mathematischen Modell die technischen Daten unterschiedlicher Regionen und Branchen. Es liefert für europäische Aktien weiterhin Kaufsignale. "Kurzfristig gesehen sind europäische Standardwerte vielleicht schon gelaufen, aber mittelfristig besteht weiterhin Luft nach oben", sagt Kaiser. Zuletzt habe er Technologiewerte gekauft. Dort hält er vor allem die Biotechbranche für attraktiv.

Kaiser rät Anlegern, nicht zu früh aus der Rally auszusteigen. "The trend is your friend", sei jetzt das Motto. Bei 4 750 Punkten habe der Dax eine weitere Zielmarke übersprungen, glaubt Kaiser. Der Fondsmanager, der keine Einzeltitel kauft, sondern nur Indexfonds und aktiv gemanagte Fonds, fürchtet, dass dagegen einige Schwellenländer - mit Ausnahme von China und Thailand - schon ausgereizt sind.

Auch Kollege Klein investiert nach einem systematischen Modell. Er untersucht allerdings europäische Standardwerte im Hinblick auf Fundamentaldaten wie etwa die Ertragslage und Wachstumschancen. Er stößt derzeit vermehrt auf Telekomtitel, die mit ihren gewaltigen Geldzuflüssen und vergleichsweise günstigen Schuldenkonditionen ansehnliche Erträge lieferten. "Dies ist ein idealer Markt für die Suche nach attraktiven Einzelwerten", sagt Klein. Er glaubt an eine "leicht nach oben gerichtete Tendenz." Die Neuwahlen in Deutschland sorgten noch zusätzlich für Kursphantasie. "Wenn der neuen Regierung bei den Reformen ein großer Wurf gelingt, dann eröffnet sich ein weiteres Kurspotenzial von zehn bis 20 Prozent."

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