Transaktionen nach Vorbild von Bayer und Lanxess erwartet
Abspaltung von Firmenteilen zahlt sich für Aktionäre aus

Die Abspaltung von Unternehmen lohnt sich oftmals für die Aktionäre. Das haben die jüngsten Beispiele Hypo Real Estate (HRE) und Lanxess gezeigt. Die Aktionäre der Muttergesellschaften Hypo-Vereinsbank (HVB) und Bayer erhielten nach der Trennung die neuen Aktien zum Nulltarif. Deren Kurse zogen seitdem kräftig an.

HB FRANKFURT/M. Angesichts des Erfolgs bestehen nach Ansicht von Investmentbankern gute Chancen, dass es zu weiteren Verselbstständigungen, so genannten Demergers, kommen werde. Zu den Kandidaten für einen derartigen Schritt zählen Konglomerate wie MAN, Linde, Infineon und Siemens, aber auch Tui und Henkel.

"Die Verselbständigung von Unternehmen schafft Wert", sagt der Deutschland-Chef von Morgan Stanley, Hans Jörg Schüttler, "denn die Investoren bevorzugen Unternehmen mit klaren Strukturen". Bei fokussierten Unternehmen entfielen Bewertungsabschläge, meint auch Ralf Nachtigall, verantwortlich für das deutsche Aktienemissionsgeschäft von ABN Amro Rothschild. Bei der Investmentbank UBS etwa hatten die Analysten für den Ölkonzern Norsk Hydro einen Konglomeratsabschlag von 15 Prozent vor der Abspaltung des Düngemittelherstellers Yara im März 2004 angesetzt. Die Anleger seien bereit, für die zusätzliche Transparenz einen höheren Preis zu bezahlen, urteilt Schüttler. Er macht das am Beispiel der HRE deutlich, in der die HVB im Oktober 2003 einen Großteil ihres Hypothekengeschäfts ausgegliedert hatte. Zum Zeitpunkt des Demerger hatte die HRE einen Wert von 1,7 Mrd. Euro und zählte damit zu den größten Abspaltungen in Deutschland. Heute beträgt die Marktkapitalisierung der Bank 4,3 Mrd. Euro. Im Fall des Demerger Lanxess ist der Kurs seit Januar dieses Jahres um rund 50 Prozent gestiegen. Bayer hatte einen Großteil seines Chemiegeschäfts und ein Drittel seiner Kunststoffaktivitäten in das neue Unternehmen gesteckt. Nach einer Untersuchung von UBS schlagen die neu geschaffenen Firmen ihre Mütter in der Kursentwicklung um Längen. Während sie um fast 52 Prozent besser abschnitten als der Eurotop 300-Index, überholten die alten Konzerne das Barometer nur um knapp vier Prozent.

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