Um mit kleinen Werten erfolgreich zu spekulieren, müssen Anleger einige Punkte beachten
Nicht jedes Risiko bringt hohe Gewinne

Wenn die Kurse der Standardwerte stagnieren, lohnt sich oft ein Blick auf kleinere Titel. So hat sich der Nebenwerteindex SDax in den vergangenen Monaten erheblich besser entwickelt als der Deutsche Aktienindex (Dax) der 30 größten Gesellschaften. Während der Dax seit Jahresanfang rund zwei Prozent einbüßte, legte der SDax zwölf Prozent zu.

HB FRANKFURT/ M. Die Aussicht auf höhere Renditen muss der Anleger aber mit einem gleichfalls höheren Risiko erkaufen. Bei kleinen Werten kommt es daher noch mehr als bei den Standardwerten auf die richtige Auswahl an.

Als spekulativ kann man Aktien von Unternehmen bezeichnen, die auf einen bestimmten Kunden, einen bestimmten Markt oder ein bestimmtes Produkt ausgerichtet sind. Gibt es beim Kunden, mit dem Produkt oder im Markt Probleme, bedeutet das nichts Gutes für den Gewinn und damit für den Kurs. Läuft andererseits alles gut, haben diese Unternehmen aufgrund ihrer Sonderstellung weniger Wettbewerbsdruck und können ansehnliche Margen erzielen. Karl Fickel, Fondsmanager von Lupus Alpha, rät Anlegern daher, Geschäftsmodell, Bilanz und Marktstellung zu überprüfen, bevor sie sich für den Kauf einer solchen Aktie entscheiden.

Ein Beispiel für ein erfolgreiches Einproduktunternehmen ist laut Fickel der Küchensystem-Anbieter Rational AG. Das Unternehmen aus Landsberg hat mit der Produktion von Multifunktionsgeräten für Großküchen eine Marktnische besetzt. Dieses Geschäftsmodell bescherte den Aktieninhabern innerhalb der letzten zwölf Monate einen Kurszuwachs um rund 60 Prozent auf aktuell 87 Euro. Ebenso spezialisiert und damit vom Absatz eines Produktes abhängig ist die Wavelight Laser Technologie AG. Sie zeigt, dass sich mit der Herstellung von Lasern vor allem für die Augenheilkunde erfolgreich Geld verdienen lässt. Auch wenn die Citigroup dieser Aktie noch Potenzial von rund 15 Prozent bis zu 16,50 Euro zutraut, weist sie in ihrer aktuellen Einschätzung auf das Produktrisiko hin.

Prominentes Beispiel für die Abhängigkeit von einem Großkunden ist Dialog Semiconductor. Der Chiphersteller erwirtschaftete seine Umsätze bis Ende 2004 zu 78 Prozent aus Lieferungen an Mobiltelefon-Hersteller. Nun lastet die Lage beim Großkunden Siemens, der für seine Handys Komponenten bei Dialog Semiconductor bezieht, stark auf der Bilanz des Unternehmens.

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