Unter den Schwellenländern überzeugt weltweit vor allem Brasilien mit hohen Wachstumsraten
Profis setzen auf Lateinamerika

Die Emerging Markets, die Finanzmärkte der Länder mit einer sich noch entwickelnden Volkswirtschaft, haben im laufenden Jahr erneut besser abgeschnitten als die etablierten Börsen. Dies gilt vor allem für Lateinamerika. Und viele Experten favorisieren diese Region auch für den Rest des Jahres.

HB DÜSSELDORF. Als Emerging Markets gelten diejenigen Länder, die ein Pro-Kopf-Einkommen von weniger als 10 000 Dollar erwirtschaften. Für Anleger ist ein Investment in diesen Regionen mit hohen Risiken behaftet, doch im Gegenzug können sie bei vergleichsweise niedrigen Einstiegskursen auch hohe Renditen erzielen. Dies zieht zurzeit Anlagegelder an. „Die Bereitschaft, Risiko zu nehmen, ist immer noch sehr hoch“, beobachtet Oliver Stönner-Venkatarama, Emerging-Markets-Spezialist der Commerzbank.

Von der guten Stimmung der Investoren hat in diesem Jahr vor allem Lateinamerika profitiert. Die Region lockt mit zweistelligen Wachstumsraten, die sie nicht zuletzt den Entwicklungen im Rohstoffbereich verdankt. „Der Ölpreis ist ein positiver Faktor für Lateinamerika“, erklärt Thomas Gerhardt, Chef des Schwellenländerteams der Fondsgesellschaft DWS.

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Im Fokus der Anleger steht dabei besonders Brasilien. Das Land sei Ölproduzent und profitiere zudem von der starken Nachfrage Indiens und Chinas nach „Soft Commodities“ wie Sojabohnen oder Kaffee, so Gerhardt. Zusätzlichen Schub könnte Brasilien erhalten, sollten die hohen inländischen Zinsen sinken. „Je positiver das Umfeld bleibt, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Zinsniveau sinkt“, sagt Gerhardt. Die US-Bank Merrill Lynch erwartet, dass die Zinsen bereits in den nächsten Monaten fallen werden. „Dies wird einen Aufschwung der Wirtschaft im Land und damit bei den entsprechenden Aktien auslösen“, sagt Will Landers, Fondsmanager bei Merrill Lynch Investment Managers.

„Die Bewertung der Region sieht weiterhin attraktiv aus“, so Landers. Er rechnet in den kommenden Jahren mit durchschnittlichen Kurszuwächsen zwischen 15 und 20 Prozent. Seit Anfang des Jahres habe vor allem das Wachstum in den drei Hauptländern Brasilien, Mexiko und Chile die gute Entwicklung getragen.

Etwas getrübt wird der positive Ausblick für die lateinamerikanischen Aktienmärkte durch die anstehenden Wahlen. Bis in das Jahr 2006 hinein „werden die Wahlen stärker in den Mittelpunkt rücken“, meint Landers. In Chile wird bereits Ende dieses Jahres gewählt, in Mexiko im Juli 2006 und in Brasilien drei Monate später. „Dies ist immer ein Grund für stärkere Schwankungen an den Aktienmärkten“, sagt er.

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