Vermögensberatung klagt über geschönte Zahlen
Musterportfolios wecken Zweifel

Wenn Privatbankiers oder selbstständige Vermögensverwalter wohlhabende Kunden werben, dann versprechen sie oft deutlich mehr, als sie später halten können, klagt die Vermögensberatung WSH in Düsseldorf. Während in Präsentationen mit der Vorlage entsprechender Musterportfolios meist eine überdurchschnittliche Entwicklung versprochen werde, gelinge es den meisten Vermögensverwaltern in der Realität häufig nicht, wenigstens die Messlatte der entsprechenden Börsenindizes zu schlagen.

hus/DÜSSELDORF. Auch das Rankinginstitut für Vermögensverwalter Firstfive beobachtet eine Diskrepanz zwischen der Selbstdarstellung und den in der Realität erzielten Ergebnissen. Der Bundesverband deutscher Banken konnte gestern zu den Vorwürfen keine Stellung nehmen.

Als Vermögensberatung für komplexe Familien- und Firmenvermögen (Family Office) wählt die WSH Vermögensberater für ihre Kunden aus und prüft deren Leistung, indem sie über die Entwicklung jedes Kontos Buch führt (Controlling). „In den Präsentationen stellen die Vertreter der Vermögensverwaltungen und Banken uns ihre außerordentlichen strategischen Leistungen dar, doch den Beweis bleiben sie uns schuldig“, sagt Christoph Weber von der WSH.

„Das frustrierende für uns ist, dass es so wenigen Vermögensverwaltern gelingt, wenigstens die Benchmark zu erreichen“, sagt Weber. Benchmark ist die Messlatte, die zum Vergleich heran gezogen wird. Häufig wird dafür ein Börsenindex verwendet. Im jüngsten Ranking von Kundendepots liege etwa das Mittel der Wertentwicklungen in Juni 2004 bei 3,7 Prozent, was genau dem Indexniveau des Euro-Stoxx 50 entspreche. Die Hälfte der Vermögensverwalter hätte den Index nicht schlagen können. Den breiter gefassten Stoxx 600, der sich – Dividenden eingeschlossen – im ersten Halbjahr um 6,9 Prozent verbesserte, habe gerade mal eine Hand voll geschlagen.

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