Was Experten empfehlen
Trügerische Ruhe an den Märkten

Die Subprime-Krise versetzte die internationalen Finanzmärkte in die schlimmste Depression seit über vier Jahren. Inzwischen hat sich der Sturm etwas gelegt. Doch der Schein trügt. Experten zufolge befinden sich die Märkte weiterhin in einer kritischen Phase. Wie Anleger sich darauf einstellen sollten.

FRANKFURT. Kurssturz, Verunsicherung, Rückzug in sichere Häfen: Als vor gut zwei Monaten der Begriff „Subprime-Krise“ die internationalen Finanzmärkte erreichte, war die bis dahin prächtige Stimmung mit einem Schlag dahin. Bekannte Gefahren am US-Immobilienmarkt wie die allzu sorglose Kreditvergabe der Banken oder die Explosion der Häuserpreise eskalierten plötzlich und versetzten die Märkte in die schlimmste Depression seit über vier Jahren.

Inzwischen hat sich der Sturm etwas gelegt. Fondsmanager, Anlageberater und Privatanleger sind dabei, sich neu zu positionieren. Sie suchen nach Anlagemöglichkeiten, die die veränderte Situation an den Märkten widerspiegeln und dafür ein günstiges Verhältnis aus Chance und Risiko bieten. Eine Umfrage unter führenden Marktexperten zeigt, was diese zu den einzelnen Anlageklassen Aktien, Anleihen, Gold und Emerging Markets (Schwellenländer) empfehlen.

Generell geht der Tenor trotz der leichten Erholung dahin, dass sich die Märkte weiterhin in einer kritischen Phase befinden, da das komplette Ausmaß der Krise noch immer nicht absehbar ist. Die Volatilität an den Märkten, die stets als Zeichen für die erwartete Schwankungsanfälligkeit angelegt wird, ist zwar seit den Höchstständen Mitte August deutlich zurückgegangen. Der VDax – der Volatilitätsindex für den Dax – notierte zuletzt jedoch immer noch bei Werten über 25. Somit gehen Anleger von Schwankungen des Dax um 25 Prozent aus. Noch vor zwei Wochen lag er allerdings bei Werten von 32.

Die wesentliche Nachricht der Experten lautet deswegen: Investoren sollten zumindest kurzfristig – bis ein genaueres Bild über das Ausmaß der Krise möglich ist – den Aktienanteil ihres Depots reduzieren und stattdessen Liquidität und Anleihen übergewichten. Eine andere Einschätzung der Lage kann sich jedoch schon ab Oktober wieder ergeben. „Auch wenn wir unseren optimistischen Ausblick in Bezug auf risikoreiche Anlagen auf Sechs- bis Zwölf-Monatssicht beibehalten, gehen wir davon aus, dass die schlechten Nachrichten zum Thema Häusermarkt, Subprime, Kredite und Liquidität auf der Tagesordnung bleiben“, sagt Aktienstratege Helmut Kaiser von der Deutschen Bank.

Bei Aktien raten die Experten deshalb, auf Marktschwergewichte statt auf Nebenwerte zu setzen. Am Rentenmarkt empfehlen sie, Staatsanleihen oder Unternehmenspapiere mit Investmentgrade statt Hochzinsanleihen oder Junkbonds zu kaufen. Gold ist trotz der jüngsten Rückschläge keine Alternative. Ganz im Gegensatz zu den Emerging Markets, die sich mehr und mehr als ernst zu nehmende Anlageklasse für ein breites Publikum etabliert haben. Zuletzt haben diese nicht mehr als die führenden Weltmärkte verloren.

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