Weiterer Rückschlag droht
Anleger fürchten den September

Nach Subprime-Krise und Kursrutsch steht nun auch noch der schlechteste Börsenmonat vor der Tür – der September. In keinem Monat sind die Kursverluste im langjährigen Vergleich höher. Experten raten daher zu Vorsicht.

FRANKFURT. Dem Deutschen Aktienindex (Dax) droht ein weiterer Rückschlag bis auf etwa 7 150 Punkte – zumindest wenn man den historischen Durchschnitt der letzten zwanzig Jahre berücksichtigt. Schließlich hat der Index der deutschen Top 30 in dieser Zeit im September durchschnittlich 4,4 Prozent an Wert eingebüßt.

„Das September-Thema spielt die gleiche Rolle wie in jedem Jahr“, sagt Michael Kopmann, Aktienstratege der DZ Bank. Er widerspricht damit der These, dass die Erfahrungswerte der Vergangenheit wegen der bereits sehr schwachen Börsenmonate Juli und August diesmal ihre psychologische Wirkung verloren haben. Auch in den Vorjahren dominierten im Juli und August andere Themen, dennoch fiel die Monatsbilanz im September anschließend negativ aus.

„Fundamental gibt es immer wichtigere Themen als die Saisonalität, trotzdem gibt es über Jahre immer wieder ähnliche Verläufe“, begründet Kopmann seine anhaltende Skepsis. Die Börsenregel: „Remember to come back in September“ gilt Wissenschaftlern zufolge ohnehin schon lange nicht mehr.

Zur allgemeinen Skepsis der Investoren beim September-Thema kommt, dass psychologische Effekte am Markt momentan eine große Rolle spielen. „Auch beim Ausmaß der Subprime-Krise ist derzeit viel Psychologie dabei“, sagt Klaus Schrüfer, Chef-Stratege der schwedischen SEB in Deutschland. Es ist seiner Ansicht nach eine „latente Unsicherheit“ vorhanden, dass den Märkten noch weitere negative Überraschungen drohen könnten. Diese Kombination in Verbindung mit der Gewissheit, dass der September potenzielle Gefahren birgt, lässt Aktienstrategen, Fondsmanager und Vermögensverwalter zurückhaltend wie lange nicht mehr agieren.

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