Welche Aktien von der Renaissance profitieren
Kernkraft fürs Depot

Zwischen Klimawandel und Engpässen bei Öl und Gas diskutieren die USA über eine Renaissance der Kernkraft. Welche Aktien davon profitieren könnten.
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Es muss irgendwann zwischen dem Unfall im Atomkraftwerk Three Mile Island und Al Gores Film über die globale Erwärmung gewesen sein. Da erlebte die Kernkraft in den USA plötzlich ein Comeback. Wenn auch vorerst nur als Thema in den Medien und in der politischen Diskussion. Das lag nicht etwa daran, dass man plötzlich eine Lösung für ihren größten Nachteil gefunden hätte, die ungeklärte Frage der Lagerung verbrauchter Brennstäbe.

Die USA sind einfach gezwungen, eine zuverlässige Stromversorgung aufrechtzuerhalten, und da werden sie an mit Uran betriebenen Kraftwerken nicht mehr vorbeikommen, wenn sie nicht wollen, dass die Lichter künftig öfter ausgehen, wie in vergangenen Hitzeperioden in New York oder Kalifornien schon der Fall: In Nordamerika sind die Vorkommen an Erdgas bald erschöpft; anderswo gibt es noch genug, aber die Gas-Besitzer sind nicht unbedingt US-freundlich, um es milde auszudrücken. Öl wird langsam zu teuer, um es für Strom zu verbrennen, und Kohle erzeugt zu viel Kohlendioxid, sagen Klimaforscher. Bio-Energie wächst schnell, kann aber noch keine Versorgungssicherheit gewährleisten.

Schon heute beziehen die USA 20 Prozent ihres Stroms aus Kernkraftwerken. Für den Bau neuer Meiler müsste die Aufsichtsbehörde allerdings erst grünes Licht geben. Seit 1978 sind keine Reaktoren mehr gebaut worden. Laut Mitchell Singer vom Branchenverband Nuclear Energy Institute haben aber in jüngster Zeit bereits 14 US-Versorger angekündigt, um Genehmigungen für den Bau von zusammen 34 Reaktoren zu ersuchen. In der Branche schätzt man, der erste neue Reaktor werde 2015 fertiggestellt sein. Angesichts der immer noch bestehenden politischen Opposition halten viele Wall-Street-Analysten diese Schätzung aber für zu optimistisch.

Ob neue Kraftwerke gebaut werden, hängt vor allem davon ab, ob die zuständige Bundesbehörde davon überzeugt werden kann, dass ein ausreichender Schutz gegen Terroranschläge besteht. Die Befürworter meinen, ein solcher Schutz sei schon heute für die bestehenden Meiler gegeben. Aber: Nur ein weiterer Zwischenfall à la Three Mile Island könnte den neuen Kernkrafthoffnungen rasch den Todesstoß versetzen. Und dann wäre da noch das seit Jahrzehnten debattierte, aber noch immer ungelöste Problem der Endlagerung.

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