Welthandelsindex
Eine gute Nachricht für Aktionäre

Das Bild im Welthandel ist derzeit zweigeteilt: Sinkende Exporte in die Euro-Zone stehen einer hohen Nachfrage aus Schwellenländern gegenüber. Dennoch steht der Welthandelsindex so gut da wie zuletzt Anfang 2011.
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FrankfurtEs war ein Schock. Die Wirtschaftsleistung in der Euro-Zone schrumpfte im Schlussquartal überraschend stark. Für viele Fachleute, denen der beinahe sorgenfreie Aufschwung an den Börsen seit dem Jahresbeginn zuletzt immer suspekter wurde, ist das nun erst recht Anlass zu warnen. Man solle eine Konsolidierung abwarten, ähnlich wie dies bei Dax und Euro Stoxx 50 bereits in Ansätzen zu beobachten sei, rät beispielsweise Markus Reinwand von der Helaba. Auch die Firmeninsider, die mit ihren Orders stets einen Hinweis auf die Kursentwicklung im kommenden Vierteljahr geben, malen eher ein skeptisches Bild.

Eher für einen kurzfristigen und zudem regionalen Effekt hält hingegen die Kölner Vermögensverwaltungsgesellschaft Dr. Markus Zschaber diesen Effekt. Langfristig können Anleger demnach mit weiter steigenden Kursen rechnen. Kernpunkt sind die Daten aus dem Welthandel, die zuletzt wieder spürbar besser ausfallen.

"Treibender Katalysator für den Welthandel bleibt die Liquidität, die durch die aggressive Geldpolitik der Notenbanken rund um den Globus im Überschuss vorhanden ist", sagt Gründer Markus Zschaber. Dessen Gesellschaft wertet die vier wichtigsten Transport- und Handelswege - Schifffahrt, Schienen-, Straßen- und Luftverkehr aus - und gibt im Welthandelsindex einen umfassenden Überblick über das Handelsgeschehen weltweit.

Der Index ist auf über 64 Punkte gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit Anfang 2011. Indexstände über 50 Punkte zeigen bereits einen zunehmenden Welthandel, der damit außerdem einen positiven Einfluss auf die Aktienkurse schließen lässt. Unter 50 Punkten schrumpft dagegen der Welthandel, unter 45 Punkten sogar deutlich.

Dabei zeigt sich im Moment durchaus ein zweigeteiltes Bild. Einerseits sinken die deutschen Exporte in die Euro-Zone weiter. Andererseits untermauert die hohe Nachfrage aus den aufstrebenden Ländern, und hier speziell aus Asien, dass die Ausfuhren dorthin eher noch weiter steigen werden.

Als Konsequenz daraus empfiehlt Zschaber die Aktien des US-Gesundheitsriesen Johnson & Johnson, des ebenfalls von dort stammenden Energieunternehmens Chevron und des Schweizer Technologiespezialisten ABB.

Johnson & Johnson ist nicht nur Marktführer, sondern steht mit einer über Jahre gewachsenen Struktur für Solidität. Besonders die Verteilung der Umsätze auf knapp die Hälfte in den USA, einem Viertel in Europa und dem Rest in Asien und den übrigen Ländern spricht dafür, dass das Unternehmen bestens vom Wachstum des Welthandels profitieren dürfte.

Bei Chevron ist die Internationalisierung noch weiter fortgeschritten. In mehr als 180 Ländern der Welt ist der Konzern mit Exploration, Produktion, Raffinierung und Vermarktung von Öl und Gas vertreten.

Bleibt noch ABB. Der Schweizer Konzern mit der Spezialisierung auf Strom-, Automatisierung- und Prozesstechnologien meldeten zuletzt eine deutlich verbesserte Auftragslage in den USA, aber auch in China und Afrika.

Kommentare zu " Welthandelsindex: Eine gute Nachricht für Aktionäre"

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  • Moment mal.

    Der "Propaganda-Blatt-Index" steht höher als noch vor knapp 80 Jahren.

    Was hat das wohl zu bedeuten?

  • ES geht Aufwärts Leute kauft den Banken und unserer Regierung sofort sämtliche Aktien und Derivatenbestände ab. Das sind keine Rohrkrepierer nein, jeder will jetzt Aktien! Werkeine hat, der soll sich schnell einen Kredit aufnehmen, denn Sparen ist nicht mehr, Konsum auf Pump ist angesagt!

  • Das ist es, warum ich HB online so gerne überfliegen und jede Microsekunde davon genieße. Man wird wirklich gut unterhalten, von Lifestyle-Themen, grünen Verirrungen (Klimawitze), Werbekommentare von Fondsmanagern und Vermögensverwaltern, (Politik)Lügen, Drama und nicht zuletzt Komik. Beispiel für letzteres, der weltbekannte (aber leider mir nicht) "Welthandelsindex" eines kleinen Vermögensverwalters, von dem man noch nie etwas gehört hat (nicht aufregen, den Index meine ich) - als Beweis für den kommenden Aufschwung! Das ist Insider-Info, die ich meine!

    Na dann werfen wir doch die bisher angeschauten Indizes weg, wie die Transport-Indizes oder sonstige harte (schwer zu fälschende weil geld-bezogene) Daten und .... kaufen, kaufen, kaufen... was sonst!

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