Zu den Favoriten der Analysten gehören Automobilzulieferer, Speichermedienhersteller und Biotechs
Tech-Werte bieten neue Chancen

Das Interesse der Anleger an Technologiewerten kehrt seit dem vergangenen Jahr zurück und lässt dabei die Vertrauenskrise, die durch den Hype am Neuen Markt ausgelöst wurde, allmählich vergessen. Damit wächst auch das Interesse an neuen und für Investoren viel versprechenden Technologien. Die besten Chancen bieten nach Ansicht der DZ Bank in den nächsten Jahren die Branchen Automobilzulieferer, Speichermedien, Biotechnologie und Nanotechnologie. Exakt in dieser Reihenfolge.

FRANKFURT/M. Am meisten dürften nach Meinung von Klaus Holschuh, Leiter des Bereichs Research, die Automobilzulieferer profitieren. Bereits heute liegen 65 Prozent der Wertschöpfung eines Autos bei den Zulieferern und nur 35 Prozent bei den Herstellern. „Der Technologieanteil in diesem Bereich entwickelt sich immens “, sagt Holschuh. Die Bandbreite geht dabei von neuen Materialien wie die Keramik-Bremse über innovative Technologien wie elektronische Steuerungsprogramme bis zu neuen Antriebskonzepten wie der Brennstoffzelle.

Die Grenze zwischen jungen Hochtechnologieunternehmen und eher etablierten Dax-Werten, die auf diese Trends setzen, verläuft mittlerweile fließend. Continental zum Beispiel gehört zu den Top-Empfehlungen. 23 von 32 Analysten, die laut dem Informationsdienst Bloomberg die Aktie beobachten, empfehlen sie zum Kauf. Stets spielt dabei die erfolgreiche Wandlung vom Reifen- Hersteller hin zum High-Tech-Unternehmen eine großen Rolle.

Auch beim Linde-Konzern, zu dessen Kerngeschäftsfeldern Gabelstapler und Industriegase gehören, spielt etwa das Thema Brennstoffzelle, ein nicht unbedeutendes Thema. Ebenfalls gute Chancen wird dem Bereich der optischen Speichermedien um CD und DVD und deren Weiterentwicklungen Blu-Ray und HD DVD zugebilligt. Hier dominieren zwar japanische Unternehmen, doch das TecDax-Mitglied Singulus gehört zu den führenden Herstellern entsprechender Produktionsmaschinen. Die Aktie des Unternehmens hatte zuletzt wegen schwacher Quartalszahlen verloren, soll nun aber wegen eines Rekordauftragseingang wieder deutlich Potenzial nach oben haben.

Wesentlich differenzierter ist die Lage bei Biotech-Werten. Weltweit arbeiten weniger als 20 Prozent aller Unternehmen des Sektors profitabel. Dennoch haben sich Aktien aus diesem Bereich seit 1999 deutlich besser entwickelt als Pharma- Werte. Der Grund: Biotech-Unternehmen sind nach Ansicht von DZ-Bank-Experte Holschuh deutlich innovativer als Pharma-Konzerne. Sind sie dann an der Schwelle zur Gewinnzone, verleiht dies der Aktie meist einen Schub. Sein Favorit auf dem deutschen Kurszettel ist Medigene, deren Aktie gerade den Aufstieg in den TecDax knapp verpasst hat. Ab 2006 will Medigene neben dem Prostatakrebs-Medikament Eligard auch Polyphenon E auf dem Markt bringen, ein Mittel zur Behandlung von Genitalwarzen. Damit soll der DZ Bank zufolge der Sprung in die Gewinnzone gelingen.

Von Biotech-Unternehmen, die hingegen noch über Jahre hinweg von den schwarzen Zahlen entfernt liegen, sollten gerade Privatanleger die Finger lassen. „Solche Risiken gehören breit gestreut in Spezialistenhände. Erst wenn Erträge absehbar sind, werden die Aktien für Privatanleger interessant“, sagt Lothar Weniger, Leiter des Aktienresearch bei der DZ Bank. Deswegen ist auch die noch junge Nanotechnologie – ein Wissenschaftsbereich, der Eigenschaften von kleinsten Stoffstrukturen, so genannter Nanometer, erforscht und ausnutzt – bestenfalls für Spezialfonds interessant. Das Problem der Branche ist, dass noch zu wenige Produkte existieren.

Generell sollten Anleger bei Technologiewerten eher in Deutschland und im Euroraum als in den USA investieren, raten die DZ-Bank-Experten. Dafür spricht die günstige Bewertung. Das durchschnittliche Kurs- Gewinn-Verhältnis (KGV) der 30 TecDax-Werte liegt für das Jahr 2005 bei 16,2. Zudem schreiben 26 Unternehmen schwarze Zahlen.

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