Anlagezertifikate
Vier Prozent garantiert

Ältere Garantiezertifikate mit einer Mindestverzinsung sind eines Blickes wert. Sie notieren oftmals unterhalb des Nennwertes und bieten dadurch eine höhere Verzinsung als Tagesgeld oder Anleihen - und zusätzlich die Chance auf mehr.

Unter vielen Zertifikate-Investoren stellt sich derzeit ein Sättigungsgefühl ein: Das Tempo der Innovationen an Produkten und Märkten ist derart hoch, dass selbst erfahrene Anleger schnell den Überblick verlieren. In dem Fundus von mehr als 130.000 Zertifikaten finden sich bisweilen auch spannende Produkte, die unbemerkt von den meisten Anlegern durchaus attraktive Konditionen aufweisen.

Dies gilt besonders für ältere Garantiezertifikate, die einen jährlichen Mindestzins mit einer garantierten Tilgung zum Nennwert verbinden. Notieren alte Garantieprodukte unterhalb ihres Nennwerts, weisen sie häufig Garantierenditen auf, die nur wenig unterhalb klassischer Anleihen liegen.

Ein Beispiel ist die von JPMorgan im Jahr 2003 begebene „2,5 Prozent-Momentum-Anleihe“ mit der WKN 840204. Das Zertifikat notiert derzeit bei 95,79 Euro, also unterhalb des Nennwerts. Bis 2010 erhalten Anleger jeweils im März einen Garantiezins von 2,5 Prozent bezogen auf den Nennwert von 100 Euro, also 2,50 Euro je Zertifikat und Jahr.

Der Reiz des Zertifikats: Anleger erhalten in jedem Fall eine garantierte Mindestrendite von 4,0 Prozent pro Jahr auf das Produkt. Denn schließlich wird die Anleihe zu 100 Euro getilgt, kostet nur 95,79 Euro, hinzu kommen drei Zinszahlungen von je 2,50 Euro binnen drei Jahren.

Doch die Verzinsung kann auch höher ausfallen als die garantierten 2,50 Euro pro Zertifikat und Jahr. Dazu wird im März 2008, 2009 und 2010 die Kursentwicklung von 15 Aktien betrachtet und mit dem März des Vorjahres verglichen. Die Faustregel:

Neues Tool: Zertifikate suchen und vergleichen

Ist kräftig Bewegung im Korb, fällt die Verzinsung höher aus, jedoch kann ein träger Wert die Chance auf höhere Zinsen verhageln. Dabei spielt die Kursrichtung keine Rolle, für die Verzinsung wird die geringste absolute Kursbewegung der unterlegten 15 Blue Chips heran gezogen. Damit ist das Produkt eine spannende Crash-Versicherung mit integriertem Mindestzins von 2,5 Prozent: Kommt es an den Aktienmärkten zu einem Crash, der auch alle Aktien des Korbes erfasst, klettert die jährliche Verzinsung.

In die Berechnung geht der Wert mit der geringsten absoluten Wertentwicklung eines Jahres mit einer Partizipationsrate von 45 Prozent ein. Das heißt: Beträgt die geringste absolute Wertentwicklung minus 10 Prozent, käme eine Verzinsung von 4,5 Prozent statt der ohnehin garantierten 2,5 Prozent zur Auszahlung.

Und wenn nicht? Mit einer garantierten Rendite von vier Prozent können Anleger auch bis 2010 gut leben, schließlich gibt es derzeit weder mit Tagesgeld noch mit Anleihen mehr zu holen.

Dieser Artikel ist der Ausgabe 07/2007 des kostenlosen Handelsblatt Zertifikate-Newsletters entnommen. Abonnieren Sie hier die ZertifikateNews und Sie erhalten alle 14 Tage die aktuelle Ausgabe kostenlos in Ihr Email-Postfach geliefert. Zwei Tage bevor sie zum Download angeboten wird.

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Christian Kirchner
Christian Kirchner
Handelsblatt / Geschäftsführender Redakteur New Investor
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