Börsengehandelte Indexfonds
Deutsche Bank greift an

Die Deutsche Bank erhöht den Druck auf die Konkurrenz: In weniger als einem Jahr nach ihrem Start mit börsengehandelten Indexfonds (ETFs) steuert sie auf ein Vermögen von sieben Mrd. Euro zu. Im kommenden Jahr könnten es nach Angaben der Bank doppelt so viel sein. Doch noch hinkt die deutsche Großbank der Konkurrenz aus dem Ausland hinterher.

FRANKFURT. „Im kommenden Jahr sollte ein Kapital von 15 Mrd. Euro für uns kein Problem sein“, sagt Thorsten Michalik, der die ETF-Aktivitäten der Deutschen Bank leitet. Er will bald ein zusätzliches Verkaufsargument in der Hand haben: „Viele institutionelle Investoren können nur in Produkte mit mindestens einjährigem Erfolgsnachweis anlegen, den haben wir demnächst.“

Nummer eins bleibt indes Barclays Global Investors (BGI), die nach der Integration des deutschen ETF-Anbieters Indexchange aktuell 41 Mrd. Euro verwaltet und den Mitte Dezember 88,6 Mrd. Euro großen europäischen ETF-Markt dominiert. Auf Rang zwei mit 22,3 Mrd. Euro rangiert die zur Société Générale gehörende Lyxor Asset Management.

Das Führungs-Duo erkennt die Deutsche Bank als neuen und schnell wachsenden Konkurrenten. „Ein ernst zu nehmender Mitspieler, aber keine existenzielle Bedrohung“, sagt Thomas Meyer zu Drewer, Deutschlandleiter von Lyxor. „Das Wachstum der Deutsche-Bank-ETFs kommt nur aus wenigen Produkten“, meint BGI-Deutschland-Chef Götz Kirchhoff. „Unser stärkster Wettbewerber in Europa bleibt Lyxor.“

Weitere 25 Anbieter mit kleinen, stagnierenden oder sogar fallenden Volumina spielen auf dem europäischen Feld keine maßgebliche Rolle. Ein Großteil des Marktes dürften sich künftig die großen drei Anbieter teilen, wobei die Entwicklung bei der im kommenden Jahr startenden Sparkassen-Fondsgesellschaft Deka kaum abschätzbar ist.

Branchenexperten sehen das Wachstum der vor allem auf Aktien- und zunehmend Anleiheindizes basierenden Produkten mit geringen laufenden Gebühren nicht gefährdet. In diesem Jahr stieg beispielsweise das Vermögen der europäischen Investmentfonds um knapp neun Prozent, das Teilsegment der ETFs dagegen um 29 Prozent. Während die im August eskalierende US-Kreditkrise und ihre Folgen das klassische Investmentfondsgeschäft bei Aktien und Anleihen eher belastete, „steuert der ETF-Markt weiter auf gutem Kurs“, sagt Meyer zu Drewer.

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