Derivate Forum bietet "Value at Risk"-Methode im Internet an
Mehr Durchblick für Privatanleger

Im professionellen Derivatehandel ist der "Value at Risk"-Ansatz geläufig. Das Derivate Forum macht ihn auch Privatanlegern zugänglich.

HB FRANKFURT. Mit einem Discount-Zertifikat auf den Dax können nach Berechnung des Derivate Forums Anleger das Verlustrisiko um bis zu 98 Prozent gegenüber einem direkten Investment in den Index reduzieren. Der Berechnung liegt der "Value at Risk"-Ansatz (VaR) aus dem professionellen Derivatehandel zugrunde, der die Produkte in fünf Risikoklassen einstuft. Das Forum hat nun zusammen mit der European Business School (EBS) ein Verfahren entwickelt, das den VaR-Ansatz auch Privatanlegern zugänglich macht.

Anleger könnten Risiken von Zertifikaten und Optionsscheinen besser einschätzen und Papiere passender zum persönlichen Profil kaufen, sagen die Initiatioren. Die Produkte ließen sich zudem besser vergleichen.

Die Nachfrage nach sicherheitsorientierten Produkten steige "seit Jahresbeginn kontinuierlich an", stellt das Derivate Forum fest. Die Unübersichtlichkeit des Marktes erweist sich indes als Problem für die Anleger: "Derivative Wertpapiere bestehen in der Regel aus verschiedenen Komponenten; deshalb können Privatanleger von sich aus nicht erkennen, wie die Kombination der Risiken im Zeitverlauf wirkt", sagt Siegfried Piel, Managing Director Trading & Derivatives beim Bankhaus Sal. Oppenheim. Selbst wenn Produkte ähnliche Namen tragen, sind ihre Risiken oft unterschiedlich, ebenso die Auswirkungen von Volatilitätsveränderungen auf die Optionspreise. Banken definieren zudem die Risikoklassen nach unterschiedlichen Kriterien. Konsequenz: Produkte fremder Emittenten würden die Geldhäuser jeweils in die höchste Risikoklasse einstufen, um sich vor Beratungsfehlern zu schützen, so das Derivate Forum.

Der Value at Risk-Ansatz soll nun auch Privatanlegern Transparenz und Vergleichbarkeit bringen, hoffen die Initiatoren. Sie haben bereits 13.522 derivative Wertpapiere der Deutschen Bank, DZ Bank, HypoVereinsbank, Sal. Oppenheim und WestLB bewertet. Bis Okto-ber sollen alle Produkte der fünf Emittenten berücksichtigt werden.

Der VaR-Ansatz drücke "das Verlustrisiko in Euro aus", erklärt Prof. Lutz Johanning, Inhaber des Lehrstuhls Asset Management an der EBS.

Die derivativen Wertpapiere werden in die fünf Risikoklassen eingestuft; zusätzlich werden alternative Investments zum Vergleich genannt. Die Berechnung des Value at Risk erscheine kompliziert, gestehen die Initiatoren ein, dafür könne der Anleger auf einen Blick Veränderungen verschiedener Faktoren für sein Produkt nachvollziehen. Schwankungen bei Aktienkursen, Zinsen, Wechselkursen, Volatilitäten und der Bonität des Emittenten ließen sich in einem Euro-Betrag ausdrücken. Die Anleger könnten zudem Derivate im Zeitverlauf beobachten.

Unter » www.derivate-forum.de können Privatanleger die Methode testen und die Risikoklasse für derivative Wertpapiere individuell berechnen.

Das Derivate Forum ist eine Interessengemeinschaft der fünf Banken DZ Bank, Deutsche Bank, HypoVereinsbank, Sal. Oppenheim und WestLB; sie wurde im September 2004 gegründet. Das Forum will für mehr Transparenz über und Verständnis für derivative Wertpapiere sorgen.

Mehr zum Thema:
Der "Value at Risk"-Ansatz
"Risiko-Barometer" für Privatanleger
(siehe oben: Special "Value at Risk")

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