Gewinnen trotz schwieriger Märkte
Themen-Zertifikate sind ein Megatrend

Wann immer man in den letzten Jahren an der Börse investiert hat, waren zweistellige Verluste vorprogrammiert. Mit dieser Mär versucht sich mancher Anleger und Berater über die miserable Performance seines Depots hinwegzutrösten. Doch es entspricht nicht ganz der Realität. Denn mit ausgewählten Anlagethemen als Portfeuillebeimischung ist auch in Krisenzeiten ein nachrechenbarer Zuwachs zu erzielen.

Ganz oben auf der Hitliste steht der Internet-Sektor, also ausgerechnet die Branche, deren geplatzte Träume einst die Initialzündung für die Baisse waren. Doch die wenigen Unternehmen, die das "Dot.com"- Sterben überlebt haben, glänzen heute durch intelligente Geschäftsmodelle, dynamische Umsatzzuwächse und erkleckliche Gewinne. Kaum verwunderlich also, dass das von ABN Amro begebene "Open End"- Zertifikat auf den Dow Jones Internet Commerce Index (WKN 687 485), seit Mitte August 2002 satte 54 % zugelegt hat.

Etwas später hat auch für die zweiten Boombranche der "New Economy" eine Renaissance begonnen: die Biotechnologie. Nachdem einige Schwergewichte wie Genentech überraschende Forschungserfolge melden konnten, liegt der AMEX Biotech Index gegenüber dem Jahresanfang rund 33 % im Plus; auf Sicht der nächsten fünf bis zehn Jahre sehen wir hier trotzdem noch Potenzial im dreistelligen Prozentbereich. Investierbar ist der Index u.a. über Zertifikate der HypoVereinsbank (WKN 787 363).

Ein dritter Megatrend sind Schwellenländer-Investments. Dabei liegen mit Polen, Ungarn und Tschechien drei der interessantesten "Emerging Markets" quasi direkt vor unserer Haustür. Zwar haben die Börsen in Prag (+103 %) und Budapest (+56 %) in den letzten 18 Monaten schon eine veritable Rally hingelegt, die Phantasie durch den EU-Beitritt ist aber lange nicht aufgebraucht. Da die nationalen Indizes zu eng sind, greift man am besten auf den CECE-Index zurück, der knapp 30 Titel aus allen drei Beitrittsländern bündelt. Ein gewichtiges Argument für den Index ist der Kostenaspekt - die österreichische Raiffeisen Centrobank stellt für ihr laufzeitloses CECE-Zertifikat (WKN 163 144) einen günstigen Spread von nur 0,50 %.

Und es locken noch andere Themen. Denn im Gegensatz zu Fonds können Zertifikate letztlich jeden Basiswert abbilden, der fortlaufend gehandelt wird. So ermöglichen etwa Gold-Zertifikate ein direktes Investment in die Feinunze. Das neuerdings sogar mit eingebauter Währungssicherung, auf die man angesichts der Dollar-Schwäche kurz- bis mittelfristig nicht verzichten sollte. Ein günstiges Quanto-Papier, das noch gut drei Jahre läuft, kommt etwa von HSBC Trinkaus (WKN 770 999).

Überhaupt, Rohstoffe: Bereits geringe weltkonjunkturelle Wachstumsimpulse dürften angesichts zu geringer Förder-, Lager- und Transportkapazitäten sowohl beim Öl als auch bei einigen NE-Metallen zu Engpässen führen; weiter steigende Rohstoffpreise wären die Folge. Auf diesen Trend können Anleger allerdings bisher nur mit dem kapitalgarantierten "Waren & Rohstoff Tracker" (WKN 758 503) der DZ Bank setzen; ein schlichtes "Open End"- Papier auf einen diversifizierten Commodity-Index oder -Basket wird noch nicht angeboten.

Christian Röhl ist Herausgeber des Informationsdienstes "ZertifikateJournal".

Quelle: Handelsblatt Nr. 108 vom 06.06.03

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