Green Planet
Die grüne Hoffnung stirbt zuletzt

In die „Königsklasse der Rohstoffe“ sollten Anleger der insolventen Green Planet AG investieren. Einige Baumbestände hat der Insolvenzverwalter nun tatsächlich gesichtet und macht den Anlegern neuen Mut.
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DüsseldorfDer Zustand der Tropenholzplantagen in Costa Rica ist unterschiedlich. Aber es ist etwas da. Das meldete am Freitag der Insolvenzverwalter der Frankfurter Green Planet AG, Miguel Grosser. Damit haben rund 1000 Anleger Hoffnung, dass ihr Geld nicht ganz verloren ist. Die Green Planet hatte jahrelang Investments in Tropenholz angeboten und Renditen von durchschnittlich 13 Prozent versprochen. Vor wenigen Wochen musste das Unternehmen Insolvenz anmelden. Der Vorstand der Gesellschaft befindet sich bereits seit April in Untersuchungshaft.

Die Green Planet war einer von unzähligen Anbietern des grauen Kapitalmarkts, die Anlegern Direktinvestments in Rohstoffe verkaufen. Im breiten Angebot sind beispielweise Palmöl, Gold, Silber, Kautschuk und immer wieder Tropenholz. Bei der Green Planet hatten knapp tausend Anleger Zertifikate auf Bäume gezeichnet, Mindestinvestment 4000 Euro.

Auf jedem Zertifikat stand das Flurstück, auf dem sich angeblich die Bäume befinden. Diese Zertifikate waren wohl kaum das Papier wert. Denn die Gesetze in Costa Rica erlauben es nicht, dass Investoren über eine deutsche Gesellschaft Eigentum in Costa Rica erwerben. Die Green Planet AG war also nur indirekt über Tochtergesellschaften an solchen Plantagen beteiligt.

Nun prüft der Insolvenzverwalter, wie sich diese Beteiligungen verwerten lassen. Er habe bei der Tochtergesellschaft Costa Rica „einen funktionierenden, forstwirtschaftlichen Betrieb“ mit 15 Mitarbeitern vorgefunden. Es sei noch „erhebliches für die Masse veranschlagbares Vermögen“ vorhanden, berichtet Grosser: 1200 Hektar Fläche, 15 Mitarbeiter und eine Finca seien vorhanden. Einige Plantagen müssten immerhin neu angelegt werden.

Immerhin. Dafür hatte die Green Planet AG rund 20 Millionen Euro eingesammelt. Ein Großteil des Geldes dürfte in andere Kanäle gewandert sein. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hatte schon im April geschätzt, dass nur etwa 20 Prozent der Anlegergelder tatsächlich in Plantagen geflossen sind. Was die Anleger von ihrem Einsatz wiedersehen, kann der Insolvenzverwalter bis jetzt noch nicht sagen. Es sei noch nicht einmal geklärt, wie viele Gläubiger Green Planet habe.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt, nun ob der Geschäftsführer der Green Planet Anlegergeld veruntreut hat. „Die Gewinnversprechen waren abenteuerlich“, sagt die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Doris Möller-Scheu. Die Staatsanwaltschaft habe das Konzept der Green Planet geprüft und mit den Weltmarkt für Tropenholz verglichen. Die Rechnung konnte ihrer Ansicht nach nicht aufgehen.

Direktinvestments wie das der Green Planet sind in Deutschland bislang nicht reguliert. Diese Lücke wird nun aller Voraussicht nach geschlossen. Rechtsanwalt Peter Mattil verweist § 1 Abs 2 des geplanten Kleinanlegerschutzgesetzes. Danach soll es künftig auch für „sonstige Anlagen“, die festen Zinsen versprechen eine Prospektpflicht geben.

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