Investmentidee
Gold hat Hochsaison

Der Preis des Goldes ist in den vergangenen Jahrzehnten bestimmten saisonalen Einflüssen gefolgt. Wenn sich diese Tendenz auch in diesem Jahr durchsetzt, dürfte das Edelmetall in den kommenden Monaten teuer werden. Auch Analysten sind optimistisch. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

Gold dürfte nach Meinung von Fachleuten in den nächsten Jahren als eigenständige Anlageklasse immer mehr an Bedeutung gewinnen. „Der Goldpreis wird noch in diesem Jahr die Marke von 700 Dollar je Feinunze übersteigen", sagt Philip Klapwijk, Chairman der weltweit führenden Beratungsgesellschaft für die Edelmetallmärkte, GFMS Ende, beispielsweise noch im vergangenen Monat. Auch die Schweizer Bank Credit Suisse rechnet laut ihrer Analyse vom Donnerstag vergangener Woche mit steigenden Goldpreisen – trotz der Preisrückgänge in den vergangenen Tagen.

Aktuell notiert der Preis für das gelbe Edelmetall mit 656 Dollar nur geringfügig über dem Stand zum Jahresanfang von rund 640 Dollar. Doch es gibt eine saisonale Tendenz: „Auffallend ist, dass der saisonale Gesamtanstieg von Anfang Juli bis Mitte Januar erfolgt“, heißt es auf der Website www.seasonalcharts.de. Dort werden saisonale Einflüsse auf Aktien, Rohstoffe usw. untersucht. Beim Gold haben die Autoren den Chartverlauf der vergangenen 35 Jahre daraufhin analysiert und einen durchschnittlichen Anstieg von acht Prozent pro Jahr errechnet. „Auffallend ist der Anstieg von Anfang September bis in die erste Oktoberhälfte“.

Dieses Saison-Prinzip hat in den vergangen Jahren entsprechend funktioniert – allerdings nicht im Jahr 2006. In diesem Zeitraum lag der Goldpreis bereits im Monat Mai auf den höchsten Stand (730 US-Dollar, gleichzeitig Mehrjahreshoch) und konnte nach einem rasanten Kurssturz nicht mehr annähernd diese Regionen erreichen.

Ein Hauptgrund für diesen saisonalen Einfluss liegt nach Meinung von Experten in Indien. In traditionellen Hindu-Familien sind für Hochzeiten in der Hochphase zwischen November und Februar Goldgeschenke besonders wichtig. Bei rund jährlich zehn Millionen Hochzeiten werden im Durchschnit etwa 30 Gramm Gold verschenkt - allein dadurch ein Verbrauch von 300 Tonnen.

Anleger müssen mittlerweile keine Barren in den eigenen Safe legen, um von einem steigenden Goldpreis zu profitieren. Fast alle Emittenten haben entsprechende Zertifikate im Angebot, die die Wertentwicklung des Edelmetalls nahezu im Verhältnis eins zu eins nachvollziehen. Da Gold in US-Dollar notiert, die meisten Derivate aber in Euro, gibt es ein Währungs-Risiko bzw. eine –Chance. In den vergangenen Jahren hat das Währungsverhältnis Gold-Anlagern einen Strich durch die Rendite-Rechnung gemacht, sofern sie nicht währungsgesicherte Zertifikate gekauft hätten.

Allerdings kostet eine Währungssicherung natürlich Geld. Wieviel, das veröffentlichen einige Emittenten mittlerweile auf Ihrer Website. So kostet die Absicherung bei dem Quanto-Produkt ABN Amro 2,5 Prozent (WKN A0AB84), das von Société Générale 2,85 Prozent (WKN SG9F3Q) jährlich.

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung
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