Investmentidee
Risikoaverse Pioniere

Vor vier Jahren kamen Zertifikate auf den Markt, bei denen Vermögensprofis die Produkte auswählten. Die selbst gesetzten Vorgaben wurden erfüllt, Crash-Tests stehen aber noch aus. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

DÜSSELDORF. Gemessen am Innovationstempo der Derivatebranche gehört der Sommer 2003 zum Mittelalter - nach drei Jahren schlimmer Baisse an den Aktienmärkten gab es für die meisten Investoren seinerzeit nur ein Thema: Die Risiken bei der Geldanlage möglichst minimieren. Und so fiel auch ein seinerzeit völlig neues Anlagekonzept auf fruchtbaren Boden: Man nehme gute Vermögensverwalter, bündele deren Anlagekompetenz mit risikosenkenden Strukturen wie Bonus, Discount und Co - fertig war das Konzept verwalteter Zertifikate wie „Dr. Jens Ehrhardt Rendite plus“ (WKN: 237656) oder „ABN Amro IDC Flex“ (WKN: 239654).

Vier Jahre später hat der Wind komplett gedreht. Es ist die Fondsbranche, die munter Zertifikate verpackt, während das Emissionsgeschäft aktiv verwalteter Zertifikate auch aus steuerlichen Gründen eingeschlafen ist.

Doch wie schlugen sich die Protagonisten der ersten Stunde? Die Dr. Jens Ehrhardt AG hat sich - eine Mahnung auch im Hinblick auf manche Open-End-Versprechungen der Emittenten - bereits im Sommer 2006 nach drei Jahren aus der Co-Verwaltung des mit initiierten Zertifikats zurückgezogen. Verantwortlich für das nun schlicht „Rendite plus“ genannte Zertifikat ist allein die auf Derivateanalyse und -beratung spezialisierte IDC AG. Den Rendite-Zielkorridor von acht bis zehn Prozent Rendite p.a. hat das Zertifikat mit durchschnittlich 8,9 Prozent Rendite seit Auflage erreicht.

Das Zertifikat investiert zwar einerseits risikoavers ausschließlich in Strukturen mit „Cap“, ist aber andererseits auch frei in der Wahl der Basiswerte bis hin zum Index für Goldminenaktien. Die Rendite sollen die Strukturen liefern. Der nach eigenen Angaben maximale Verlust von 7,2 Prozent wird erst dann aussagekräftig, wenn die Märkte nach vier starken Jahren auch einmal kräftig einbrechen. Das würde wiederum die Volatilität und die Handlungsoptionen erhöhen, sagen die Verwalter.

Einen dreistelligen Millionenbetrag verwaltet das „IDC Flex“ Zertifikat. Hier sorgt Flossbach & von Storch Vermögensmanagement für die Fundamentalanalyse, IDC wiederum wählt die Strukturen. Ziel ist, zu mindestens 50 Prozent an Kursanstiegen des Euro Stoxx 50 zu partizipieren, Verluste zu 50 Prozent zu puffern, zugleich aber auch in Seitwärtsmärkten mindestens Anleihenrenditen nach Gebühren zu erzielen. Bei einem Maximalverlust von zehn Prozent beträgt die Rendite seit Auflage 2003 im Schnitt 11,3 Prozent p.a.. Ein „Crashtest“ steht auch für das Flex-Produkt noch aus.

Christian Kirchner
Christian Kirchner
Handelsblatt / Geschäftsführender Redakteur New Investor
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