Investmentidee
Steuerfreie Festgeldalternative mit Restrisiko

Für kurzfristige Geldanlagen wie Termin- oder Festgelder erhalten Anleger derzeit nur Zinsen von maximal 4,5 Prozent. Doch wo investieren, wenn Aktien als Direktinvestment zu risikoreich erscheinen? Deep-Discountzertifikate bieten interessante Konditionen.

DÜSSELDORF. Anleger mit einem Grenzsteuersatz von 40 Prozent erwirtschaften derzeit mit einjährigen Festgeldanlagen zu marktüblichen 3,5 bis 4,5 Prozent nach Abzug von Steuern und Solidaritätszuschlag eine Nettorendite von weniger als 2,7 Prozent p.a.. Das ist kaum mehr als ein Inflationsausgleich.

Deep-Discountzertifikate auf den deutschen Leitindex Dax bieten bei relativ niedrigem Verlustrisiko, die Möglichkeit auf eine attraktivere Verzinsung im Vergleich zum festverzinslichen Investment. Beim Kauf eines Discounzertifikats erhalten Anleger einen Preisabschlag („Discount“) auf den zu Grunde liegenden Basiswert, etwa eine Aktie oder einen Index. Je höher also der Preisnachlass, desto geringer das Verlustrisiko. Im Gegenzug verzichtet der Käufer eines solchen Zertifikates auf Kurssteigerungen des Basiswertes, die über den so genannten „Cap“ hinausgehen.

Als Deep-Discountzertifikate gelten dabei Discounter, die einen Rabatt von mindestens 20 bis 30 Prozent bieten. Gleichzeitig notiert der Basiswert weit über dem „Cap“. Dadurch wird sichergestellt, dass die Maximalrendite schon bei seitwärts tendierenden Märkten erzielt wird und selbst bei leicht fallenden Notierungen der Ertrag per Fälligkeit nicht zusammenschmilzt.

Aufgrund der neuen Abgeltungssteuer sind vor allem jene Papiere interessant, die über eine Restlaufzeit von mindestens zwölf Monaten verfügen, jedoch spätestens bis Ende Juni 2009 auslaufen. Bei diesen Zertifikaten kann der angestrebte Ertrag steuerfrei eingestrichen werden. (Ausführliche Informationen zur Abgeltungssteuer finden Sie in der aktuellen Ausgabe der ZertifikateNews, die Sie hier kostenlos downloaden können.)

Im Fall des Dax als Basiswert werden aktuell mehrere Hundert solcher Deep-Discountzertifikate gehandelt. Abhängig von ihrer persönlichen Risikoeinstellung können Investoren damit den Risikopuffer und die Gewinnmöglichkeit ihrer Geldanlage selbst bestimmen.

So verfügt ein Papier der Commerzbank (WKN: CB4UEV) mit einer Restlaufzeit von knapp 14 Monaten über einen Discount von fast 35 Prozent. Erst wenn der deutsche Leitindex bis Mitte August 2008 um rund ein Drittel auf 5 261 Punkte fällt, verbucht der Anleger damit also Verluste. Analysten stufen dieses Szenario allerdings als unwahrscheinlich ein. Mittelfristig werden eher neue Dax-Rekordstände prognostiziert.

Notiert der Standardwerteindex zum Ende der Laufzeit des Zertifikats über der 5 600er-Marke, winkt dem Investor bereits die steuerfreie Maximalrendite von 5,5 Prozent p.a..

Bei zwei Varianten der BNP Paribas mit jährlichen Seitwärtsrenditen von knapp 6,5 (WKN: BN4YCC) bzw. 7,3 Prozent (WKN: BN4YCH) sind immerhin mehr als 26 bzw. 21 Prozent an Kursrückgängen des Index möglich, ohne dass Verluste entstehen (weitere Details siehe Tabelle).

Aufgrund der überschaubaren Renditen ist es wichtig, dass Anleger bei einem Investment in Deep-Discounter auch auf die Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis achten. Da dieser „Spread“ bei allen vorgestellten Papieren mit 0,01 bis 0,03 Prozent extrem gering ausfällt, kostet der Einstieg kaum mehr als die Transaktionsgebühr des Onlinebrokers oder der beauftragten Bank.

Georgios Kokologiannis ist Redakteur im Finanzteam des Handelsblatts, mit Sitz in Frankfurt am Main. Er studierte Betriebswirtschaftslehre in Düsseldorf mit Schwerpunkt auf Controlling und Marketingmanagement. Bereits während seiner Studienzeit wirkte der Diplom-Kaufmann erstmals an der Entwicklung des Handelsblatt-Onlineangebots mit. Seinen journalistischen Feinschliff erhielt der Kapitalmarktexperte an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten. Mit Geldanlage-Themen beschäftigt sich der Derivatespezialist für das Handelsblatt seit mehr als 17 Jahren. Dabei wurde er mit dem DDV-Preis für Wirtschaftsjournalisten ausgezeichnet und hat zuletzt vier Jahre lang das Musterportfolio der Redaktion verantwortet.
Georgios Kokologiannis
Handelsblatt / Finanzredakteur
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