Nach dem Crash
Der Bonus ist futsch

Der Kursrutsch an den weltweiten Börsen trifft jeden. Auch Anleger, die ihr Geld in Bonus-Zertifikate gesteckt haben, erwischt es eiskalt. Die Prämien fallen reihenweise aus. Die Anleger stehen dumm da.
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DüsseldorfSo schnell ging es selten bergab: Fast 25 Prozent hat der Deutsche Aktienindex (Dax) in den vergangenen zehn Handelstagen verloren. „Die Verluste an den Börsen derzeit sind heftig – auch viele Zertifikateanleger haben sich verspekuliert“, sagt Peter Bösenberg von der Société Générale.

Besonders hart trifft es Investoren, die ihr Geld in sogenannte Bonuszertifikate gesteckt hatten. „Die Sicherheitspuffer sind dahingeschmolzen, viele Basiswerte haben die entscheidende Kursmarke durchbrochen“, sagt Sasa Perovic von der Ratingagentur Scope Analysis. Allein in der vergangenen Woche rissen rund 15 Prozent der Bonuszertifikate ihre Schwelle. „Mittlerweile dürfte die Bonus-Chance bei rund 40 Prozent der Papiere geplatzt sein“, schätzt Perovic.

Bonuspapiere sind vergleichsweise einfach konstruiert. Sie bieten Anlegern die Möglichkeit, am Kursverlauf eines sogenannten Basiswerts zu partizipieren. Das können Aktien oder etwa Indizes sein. Am Laufzeitende gibt es zusätzlich einen Bonus, der zu Beginn festgelegt, aber nur dann gezahlt wird, wenn eine bestimmte Kursschwelle des Basiswerts während der Laufzeit nicht berührt oder unterschritten wird. Wegen dieses Sicherheitspuffers sind die Papiere bei Anlegern so beliebt. Wenn die Kurse allerdings so heftig abstürzen wie in diesen Tagen, ist der Sicherheitspuffer schnell aufgebraucht – Pech für die Anleger. „Bei vielen Produkten besteht nun keine Chance mehr auf eine Bonuszahlung“, betont Scope-Experte Perovic. „In so kurzer Zeit wurden noch nie so viele Schwellen gerissen“, sagt Heiko Geiger von Vontobel. „Das trifft uns als Emittenten natürlich heftig, aber das gilt für alle Marktteilnehmer.“

Allein an den acht Börsentagen vom 27. Juli bis zum Ende vergangener Woche haben 11310 Bonuszertifikate die Schwelle gerissen, wie Scope ermittelt hat. Damit stieg der Anteil der Papiere mit geplatztem Bonus von sieben auf 21 Prozent. Berücksichtigt wurden bei dieser Rechnung rund 81000 Bonus- und Bonus-Capped-Zertifikate auf Aktien und Indizes. „Es gibt aber auch viele Papiere, da haben die Barrieren gehalten“, so Geiger. „Da ging die Rechnung bisher auf. Es kommt darauf an, wie großzügig Investoren den Puffer gewählt haben“, ergänzt der Derivate-Experte.

Hartmut Knüppel, Geschäftsführer des Derivateverbands DDV, versucht zu beruhigen: „Auch wenn die Barriere inzwischen unterschritten wurde, sind die Papiere nicht wertlos.“ Die Anleger seien fast genauso gestellt wie wenn sie den Basiswert direkt gekauft hätten. Für die Zertifikate-Inhaber, die auf einen Bonus spekuliert hatten, ist das ein schwacher Trost.

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Kommentare zu " Nach dem Crash: Der Bonus ist futsch"

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  • Schon lustig, die Finanzkrise hat uns doch gelehrt wie riskant Zertifikate tatsächlich sind (Emittentenrisiko. Doch scheinbar hat man das schon wieder vergessen.

    Was wenn der Schuldentsunami doch in kürze die europäischen Banken in die Knie zwingt? Zertifikate verfallen dann wertlos. Aktien von Unternehmen mit nachhaltigem Geschäftsmodell werden natürlich auch in den deflationären Sog gezogen, aber das sind letztlich nur nominale Verluste. Real kann man sogar gewinnen wenn das Unternehmen aus der deflationären Bereinigung gestärkt hervorgeht.

  • puh...! hab erst nur die überschrift gelesen, und dachte der "bonus" beträfe die investmentbanker selber.
    na, nochmal glück gehabt jungs. wäre ja schade ohne euch hier in frankfurt partys zu machen. wen interessieren schon ein paar dumme anleger, die in so einen scheiß ihre kohle investieren. selbst schuld, that`s life!

  • @Willie Ich find es immer wieder toll Menschen im Kontext windiger Finanzkonstrukten von "zwangsläufig" sprechen zu hören! Wenn dem tatsächlich so wäre würden sie das Zeug wohl eher selber kaufen als es anderen aufzuschwatzen!

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