Neuentwicklung
Bonuszertifikate bekommen Nachwuchs

Mit Multi-Bonus-Zertifikaten können Anleger vergleichsweise hohe Renditen erzielen. Die neue Produkte beziehen sich auf mehrere Basiswerte und ermöglichen dem Anleger auf diese Weise eine ausgefeiltere Absicherungsstrategie.

FRANKFURT. Im vergangenen Jahr gehörten Bonuszertifikate einmal mehr zu den beliebtesten Zertifikate-Konstruktionen. Laut den Zahlen des Deutschen Derivate Verbands vom Dezember 2007 entfallen rund 22 Prozent des in Zertifikate investierten Volumens auf Bonus- und Teilschutzzertifikate. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass das Bonuskonzept seit seiner Erfindung im Jahre 2003 ständig weiterentwickelt wurde.

Eine der wichtigsten Neuentwicklungen stellen dabei Multi-Strukturen dar. Das heißt, das Zertifikat bezieht sich nicht nur auf einen, sondern auf mehrere Basiswerte. Mit diesen so genannten Multi-Bonus-Zertifikaten können Anleger gegenüber einem klassischen Bonuszertifikat vergleichsweise höhere Renditen erzielen.

Dem hohen Bonuslevel steht allerdings ein höheres Risiko gegenüber, da keiner der Basiswerte während der Laufzeit des Papiers sein jeweiliges Protect-Level verletzen darf. Geschieht dies, geht der Bonus verloren und die Rückzahlung am Laufzeitende richtet sich nach demjenigen Basiswert, der am Bewertungstag die schlechteste prozentuale Kursentwicklung aufweist.

Bonuszertifikate, bei denen der Kapitaleinsatz bis zu 100 Prozent abgesichert wird, waren die Antwort auf die Verunsicherung an den Märkten im Zuge der Subprimekrise. In dieser Phase waren Investoren zunehmend an sicherheitsorientierten Anlageprodukten interessiert. Die Kombination aus Garantie- und Bonus-Zertifikaten - beide seit Jahren die beliebtesten Zertifikate-Varianten - machte die Konstruktion von Garantie-Bonus-Cap-Strukturen möglich.

Anleger können damit zum Beispiel an der Wertentwicklung von deutschen Blue Chips partizipieren und besitzen gleichzeitig ein Sicherheitsnetz, indem der Anleger am Ende der Laufzeit zumindest seinen Einsatz zurückbekommt. Wird zudem der Protect-Level innerhalb der Laufzeit nicht verletzt, erhält er zusätzlich eine Bonuszahlung. Auch wenn sich die Lage an den Märkten inzwischen stabilisiert hat, gehen viele Experten davon aus, dass die Auswirkungen der Finanzkrise in diesem Jahr weiter zu spüren sein werden. Vor diesem Hintergrund hat eine weitere zentrale Entwicklung der klassischen Bonus-Zertifikate-Struktur stattgefunden: Bonus-Pro-Zertifikate. Entscheidender Unterschied zur ursprünglichen Variante ist bei diesen Papieren die zeitliche Limitierung des Protect-Levels. Die Sicherheitsschwelle ist nicht wie üblich während der gesamten Laufzeit, sondern nur zu deren Ende aktiv. Sicherheitsorientierte Anleger können ihr Investment mit diesen Papieren gerade in einer kurzfristig schwierigen Marktphase schützen, denn nur in den letzten drei Monaten der Laufzeit wirkt sich die Berührung des Protect-Levels aus.

Eine Produktinnovation in diesem Jahr ist das Best-of-Bonus-Cap-Zertifikat. Dabei ist nicht mehr wie bei den Multi-Strukturen der schlechteste Wert entscheidend. Vielmehr ist derjenige Basiswert, der am Bewertungstag die beste Performance liefert, für die Rückzahlung des Zertifikats entscheidend. Anleger erhalten bei Fälligkeit die Bonuszahlung, wenn nicht alle zugrunde liegenden Basiswerte ihre jeweiligen Sicherungsschwelle berührt oder gerissen haben. Das heißt, sie bekommen auch dann den Bonus, wenn zum Beispiel zwei von drei Basiswerten während der Laufzeit ihr jeweiliges Protect-Level berührt oder unterschritten haben.

Die Weiterentwicklungen und Varianten des klassischen Bonus-Zertifikats bieten Anlegern also weiteres Rüstzeug, um flexibel auf verschiedene Marktszenarien zu reagieren.

Christopher Maaß ist Zertifikate-Spezialist des Bankhauses Sal. Oppenheim.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%