Produkte mit eingebauten Kapitalschutz waren in diesem Jahr der Renner und werden es wohl auch im nächsten sein
Investoren setzen auf Garantiezertifikate

„Garantie“ – so würde das Wort des Jahres heißen, wenn es so etwas für den Zertifikatemarkt geben würde. „Die Produkte mit eingebautem Kapitalschutz waren der Renner unter den Zertifikaten in diesem Jahr, sagt Werner Humpert von der Schweizer Bank UBS.

DÜSSELDORF. Den Garantieprodukten haben wir auch in diesem Jahr einen neuen Umsatzrekord zu verdanken, und das trotz widriger Marktumstände, sagt Stefan Armbruster, Zertifikateexperte bei der Deutschen Bank. „Die Umsätze in Zertifikaten lagen bereits Ende Oktober bei rund 160 Mrd. Euro und damit auf dem Niveau des Vorjahres. Zum Ende des Jahres werden wir wohl ein Plus von rund 20 Prozent haben“, sagt Armbruster.

Mit den Garantiezertifikaten sei es gelungen, neue Kunden für den Zertifikatemarkt zu erschließen. In einem Marktumfeld, wo es an den Bondmärkten weniger als vier Prozent zu verdienen gibt, haben wir in erster Linie Anleger erreicht, die sonst ihr Geld nur in Anleihen investieren, sagt Armbruster. Das Umsatzverhältnis zwischen den Anlage- und Hebelprodukten hat sich dadurch von 40 zu 60 auf 50 zu 50 verschoben, sagt Wolfgang Gerhard, der bei Sal. Oppenheim das Geschäft mit strukturierten Produkten verantwortet.

Neben den Garantieprodukten waren es vor allem „Rohstoff-Zertifikate, die für das erneute Umsatzwachstum gesorgt haben“, sagt Stefan Gresse von ABN Amro, Marktführer im Bereich Rohstoffzertifikate. Wegen des hohen Ölpreises und der Preissteigerungen bei den Edel- und Industriemetallen seien zahlreiche neue Produkte emittiert und auch nachgefragt worden. Zudem seien aber auch die Klassiker Discount- und Bonuszertifikate unverändert beliebt gewesen, sagt Gerhard.

Diese Produkte dürften auch im neuen Jahr zu den Hauptumsatzträgern gehören, sagt Werner Brinkhoff, Leiter des Produktmarketing bei HSBC Trinkaus & Burkhardt. Im Massen- und Filialgeschäft verkauften sich die sicherheitsorientierten Produkte nun einmal am besten. Zudem sei auch im Jahr 2005 mit einer anhaltend niedrigen Volatilität zu rechnen – ein perfektes Umfeld für Garantieprodukte, sagt Brinkhoff. Keiner erwartet bei Zinsen und Aktien gravierende Bewegungen, sagt Armbruster.

Insgesamt rechnet die Branche mit weiterem Wachstum. Auch, weil mit dem Wegfall des Steuerprivilegs bei Lebensversicherungen zusätzliche Gelder in Zertifikate investiert werden dürften, sagt Pascal Seppelfricke von Rhein Asset Management, einem auf Zertifikate spezialisierten Vermögensverwalter in Düsseldorf.

Das Jahr 2005 dürfte allerdings nicht das Jahr der großen Innovationen werden, glaubt Brinkhoff. Die neuen Trends wie Rohstoff-Zertifikate und Papiere auf den Euro-Dollarkurs seien schon in diesem Jahr gespielt worden. „Diese Segmente sind komplett erschlossen. Anleger können heute an der Preisentwicklung von Soja ebenso partizipieren wie an den Kursbewegungen von Lebendsrind, Kaffee oder Schweinebäuchen“, sagt Gresse. Dennoch werden sich die neuen Produkte auch im neuen Jahr nach dem Markt richten, sagt Armbruster. Gebe es einen signifikanten Trend, werden auch neue Produkte emittiert, sagt Gerhard. „Zudem werden wir einen Markt der zwei Geschwindigkeiten erleben. Neueinsteiger setzen auf die bewährten Produkte wie Index-, Bonus- und Discountzertifikate. Erfahrene Anleger wollen hingegen komplexere Strukturen im Depot haben.“

Brinkhoff von HSBC Trinkaus & Burkhardt rechnet nach den zahlreichen Innovationen in den vergangenen Jahren 2005 erst einmal mit einer Konsolidierung unter den Emittenten. „Die Marktanteile werden sich verschieben und das Thema Transparenz dürfte noch wichtiger werden.“ So dürften auch andere Emittenten dem Beispiel der UBS folgen und neben den Umsatzdaten auch die ausstehenden Assets veröffentlichen. Die Schweizer Großbank hatte kürzlich damit begonnen, diese aussagekräftigeren Daten zu publizieren. Die UBS hat am Markt Gelder in Höhe von 6,7 Mrd. Euro eingesammelt, das die Kunden in Zertifikate angelegt haben. Vielleicht schon im Januar dürften ihr die Deutsche Bank, Sal. Oppenheim und andere Banken folgen.

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