Rohstoffe
Lukrativer Markt mit Eigenheiten

Energierohstoffe, Industrie- und Edelmetalle bieten interessante Renditechancen. War der Markt zuvor fast ausschließlich den Profis vorbehalten, können Kleinanleger nun schon mit wenigen Hundert Euro auf steigende Preise setzen. Anleger sollten jedoch auch die Risiken im Blick behalten.
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FRANKFURT. Rohstoffe sind wieder gefragt bei Investoren. Nach dem Einbruch Anfang 2009 haben die Notierungen in den vergangenen Monaten wieder deutlich angezogen. Gefragt waren vor allem Industriemetalle wie Kupfer und Zinn.

Getrieben wurden die Preise vom steigenden Bedarf der großen Schwellenländer. „Die Kupfernachfrage ist nach wie vor sehr hoch, besonders aus China“, sagt Peter Königbauer, Fondsmanager bei Pioneer Investments. Gleichzeitig könne das Angebot kaum Schritt halten; bei einer stabilen Entwicklung der Weltwirtschaft sei mit weiter steigenden Preisen zu rechnen.

Die Nachfrage aus den Schwellenländern wächst

Zuletzt hatte der überraschend starke Anstieg des Konjunkturindex der chinesischen Einkaufsmanager für gute Stimmung am Rohstoffmarkt gesorgt. Er stieg im September auf 53,8 Punkte von 51,7 Zählern im Vormonat; Analysten hatten lediglich mit 52,0 Punkten gerechnet. „Der Einkaufsmanager-Index signalisiert eine steigende Nachfrage für Industriemetalle“, sagte Volkswirt Ben Westmore von der National Australia Bank.

Rohstoffe gelten mittlerweile als interessante Anlageform. Es ist noch nicht allzu lange her, da war der Handel an den Terminbörsen fast ausschließlich den Profis vorbehalten. Dank Zertifikaten ist daraus ein echter Massenmarkt geworden.

Kleinanleger können schon mit wenigen Hundert Euro auf steigende Preise setzen. Neben den klassischen Rohstoffen, den Energieträgern, Edel- und Industriemetallen, gibt es auch immer mehr Papiere auf so genannte Soft Commodities. Hierzu zählen Agrarprodukte wie Weizen und Kakao – allesamt Rohstoffe, die in den vergangenen Wochen für Aufsehen gesorgt haben.

Vorkommen in politisch instabilen Regionen

Wer bisher sein Geld überwiegend in Aktien oder Anleihen gesteckt hat, sollte aber vorsichtig sein. Rohstoffe haben ihre Eigenheiten.

Viele Rohstoff-Vorkommen liegen in politisch instabilen Regionen. Sollte es dort zu Unruhen kommen oder ein Förderstopp verhängt werden, hätte das unkalkulierbare Auswirkungen auf den Preis. Ein weiteres Risiko sind Ernteausfälle bei den Agrarrohstoffen.

Außerdem mischen mittlerweile jede Menge Finanzinvestoren auf den Rohstoffmärkten mit; sie beeinflussen die Preise – in die eine wie die andere Richtung. „Für mich ist die natürliche Konsequenz davon eine erhöhte Volatilität“, sagt Roland Lescure, Investment-Chef des kanadischen Fonds Caisse de Depot et Placement du Quebec. Und das sei etwas, was eigentlich kein langfristiger Investor haben wolle.

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