Unerschöpfliche Möglichkeiten für die Bank
Tücken im Detail: Spezialzertifikate

Ob mit Outperformance, als Regenbogen oder durch spezielle Strategien - die Möglichkeiten für die Bank, Zertifikate mit bestimmten Features zu versehen, sind unerschöpflich.

Allerdings steht der Aufwand, der um ausgefallene Papiere getrieben wird, meist in keinem Verhältnis zu den Geldern, die in solche Zertifikate fließen. Am bekanntesten sind noch Basket- oder Themenzertifikate. In diesen Papieren steckt eine Gruppe verwandter Aktien, mit der auf eine bestimmte Branche gesetzt wird. Outperformancezertifikate bieten ab einer bestimmten Bandbreite eine Hebelwirkung und haben eine unbegrenzte Gewinnchance. Rainbowzertifikate fassen mehrere Indexkurven zusammen und geben demjenigen Barometer am Ende ein stärkeres Gewicht, das letztlich am besten abschnitt. Wie eine Sperre arbeiten Lock-In-Zertifikate: Sie sichern auf bestimmten Stufen den erreichten Kursgewinn.

Noch mehr Finessen versprechen Strategiezertifikate, in denen ganze Handelsmodelle eingebaut sind: von einfachen Saisonregeln bis hin zu computergestützten Modellen. Eher defensiv ausgerichtet sind Airbagzertifikate, die dank Puffer einen Kursrückgang im Basiswert abfedern. Mit noch mehr Sicherheit und zugleich einer Anleihen ähnlichen Rendite locken Kuponzertifikate, in denen eine Vielzahl von Aktien stecken und eine Garantie eingebaut ist.

Chancen und Risiken

Chancen: Spezialzertifikate sind von Vorteil, wenn der Anleger glaubt, seine erwartete Anlagesituation träfe sicher ein: Steigen die Aktien einer Branche, beflügelt das Baskets; klettert der Markt in Schüben, frieren Lock-In-Papiere rechtzeitig die Gewinne ein; dreht der Aktienmarkt nach einem scharfen Rückgang schnell nach oben, werden Strategiezertifikate mit Turn-around-Werten überdurchschnittlich angeschoben.

Risiken: Die Tücken stecken im Detail. Halten sich die Märkte nicht an die enge Zielvorgabe, wird’s brenzlig. Ein Outperformancezertifikat kann nach unten viel mehr als der entsprechende Basiswert verlieren, wenn es vorher schon gut gestiegen ist. Strategien, die sich in der Rückrechnung bewährt haben, müssen keineswegs in Zukunft erfolgreich sein. Und selbst die Lock-In-Funktion ist umsonst, wenn dem Markt vor den entsprechenden Stufen die Luft ausgeht. Bezahlen jedoch müssen Anleger alle Features - mit geschmälertem Gewinn oder abgetretenen Dividenden.

Einsatzmöglichkeiten der Spezialkonstruktionen

Spezialkonstruktionen sollte nur derjenige einsetzen, der von seinem auserkorenen Papier absolut überzeugt ist und genau die für ihn richtige Strategie verwirklicht sieht. Der eingesetzte Betrag sollte begrenzt sein, da bei der Kursentwicklung ungewöhnlicher Papiere Überraschungen nie ausgeschlossen sind. Ein Vergleich dieser Papiere mit anderen Zertifikaten ist schwierig. Die Seriosität des Emittenten ist deshalb besonders wichtig.

Quelle: Wirtschaftswoche Nr. 22 vom 26.05.2005 Seite 104 ff.

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