X-Dax-Turbos
Kurzfrist-Wetten auf Rekordhoch

Der sprunghafte Dax verleitet private Anleger zu riskanten Spekulationen. Immer mehr setzen auf kurzfristige Zertifikate - und wetten auf den Xetra-Dax. Die Emittenten bringen darum mehr der gewünschten Derivate auf den Markt. Trotz Krise scheint die gezielte Spekulation unter den Anleger weiterhin beliebt zu sein.

FRANKFURT. Der stark schwankende Dax und die Nervosität der Spekulanten kommen derzeit den kurzlaufenden Derivaten zugute. Gemessen an der Anzahl der Handelsgeschäfte erreichen solche Hebelprodukte neue Rekordhochs. Zunehmend entdecken auch die Emittenten das schnelle Geschäft: Mit täglich neuen Wetten auf den Xetra-Dax, sogenannten X-Dax-Turbos, drängt jetzt auch die Citi auf den vielversprechenden Markt. Über alle Kurzläufer-Kategorien hinweg rechnet sie in der Anlageklasse mit Tagesumsätzen zwischen 400 und 500 Mio. Euro.

"Hebelprodukte haben in der Vertrauenskrise der verbrieften Strukturen nicht ganz so stark verloren wie andere Anlageprodukte", sagt Pascal Nörrenberg, Derivateexperte bei der Citi. "Und gerade in der derzeitigen Marktlage eignen sich Kurzläufer nicht nur zur Absicherung von Aktienpositionen, sondern auch zur gezielten Spekulation." Turbozertifikate beinhalten eine Verlustschwelle. Fällt der Basiswert, wie etwa der Xetra-Dax unter diese Schwelle, tritt der Totalverlust für den Anleger ein. Die neuen X-Dax-Turbos können über die normalen Börsenzeiten des deutschen Leitindexes hinaus gehandelt werden. Denn der X-Dax wird auch außerhalb der Börsenzeiten zwischen acht Uhr morgens und zehn Uhr abends berechnet.

Rund ein Jahr ist es her, dass HSBC Trinkaus die ersten X-Turbos emittierte. Damals schwankte der Dax jedoch weit weniger stark als heute. "Je länger der Zeitraum, in dem ein Knock-out-Ereignis eintreten kann, umso höher ist das Totalverlustrisiko der X-Turbos", warnt Heiko Weyand von HSBC Trinkaus mit Hinblick auf die längeren Handelszeiten des Xetra-Dax. Andererseits seien Produkte auf den Xetra-Dax preisgünstiger als Produkte auf den Dax. Die Ersparnis sollte hier zwischen acht und zehn Cents liegen. Kostete ein Papier auf den Dax rund 50 Cent seien Turbos auf den Xetra-Dax um knapp ein Fünftel günstiger, so Weyand. Das erhöhe die Gewinnchancen des Anlegers: "Je billiger ein Hebelprodukt ist, desto stärker können Investoren an der Indexbewegung profitieren."

Generell sind Kurzläufer besonders preisgünstig. "Das Kurzläufer-Geschäft ist stark preisgetrieben", bestätigt Nörrenberg von der Citi. Darum halten sich viele Anbieter auch noch zurück. Denn das Hebelgeschäft verlangt nach sekundengenauer Preisstellung und engen Spreads.

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