Geldanlage
Hebelzertifikate bringen Schwung ins Portfolio

So lässt sich jede Welle noch intensiver reiten: Wenn die Konjunktur weiterläuft und die Kurse durchstarten, ist das ein ideales Umfeld für Hebelzertifikate. Doch das Ganze ist nicht ohne Risiko.

FrankfurtWenn die Konjunktur weiterläuft und die Kurse durchstarten, ist das ein ideales Umfeld für Hebelzertifikate. Hebelzertifikate können selbst dann für Schwung im Portfolio sorgen, wenn sich die Kurse an den Börsen nur minimal bewegen.

Das Prinzip, dem sie dabei folgen, ist vergleichsweise simpel: Der Wert von Hebelzertifikaten verändert sich parallel zu ihrem jeweiligen Basiswert. Beispiel: ein Hebelzertifikat auf eine Aktie. Wenn der Kurs dieser Aktie um einen Euro steigt, dann steigt auch der Preis des entsprechenden Hebelzertifikats auf diese Aktie um einen Euro. „Der Hebeleffekt entsteht dadurch, dass das Zertifikat viel weniger kostet. Während ein Aktionär etwa eine Aktie für 100 Euro kauft, zahlt ein Trader für ein bestimmtes Hebelzertifikat auf die Aktie beispielsweise nur 10 Euro plus Aufgeld und Spread“, erklärt Heiko Geiger von der schweizerischen Bank Vontobel.

Steigt der Wert der Aktie nun um 10 Euro, bedeutet das für ein Hebelzertifikat ein Plus von 100 Prozent. Denn der Preis von Turbo-Zertifikaten steigt nicht relativ, sondern absolut parallel zum Basiswert. Ein Aktionär hätte im gleichen Fall nur einen Gewinn von zehn Prozent erzielt. Wie viel ein Hebelzertifikat kostet und wie groß die Hebelwirkung ist, hängt vom Basispreis ab. Je näher der aktuelle Kurs des Basiswerts am Basispreis ist, desto höher ist der Hebel. Und desto größer ist die Gefahr, dass das Papier wertlos verfällt.

Das ist das Risiko dabei: Jedes Hebelprodukt hat eine sogenannte Barriere. Berührt der Kurs des Basiswerts diese, verfällt das Zertifikat wertlos. Ein Beispiel: Ein Dax-Turbo hat eine Knock-Out-Barriere von 5000 Punkten. Sinkt der Kurs des Dax während der Laufzeit nur einmal auf oder unter diesen Wert, ist der gesamte Einsatz verloren - selbst dann, wenn am nächsten Tag der Dax wieder über 5000 Punkte steigen sollte.

„Trader sollten deshalb sehr enge Limits und Stopp-Kurse setzen“, rät Geiger. Limits sorgen dafür, dass die Zertifikate nur bis zu einem maximalen Preis gekauft werden. Und mit Stopp-Kursen verhindern Anleger, dass starke Kursbewegungen zu größeren Verlusten führen. Denn sobald der Preis des Zertifikats unter den vom Anleger festgesetzten Stopp-Kurs fällt, wird das Zertifikat verkauft. So können Anleger Verluste begrenzen und erzielte Gewinne nach unten absichern. Was mit Aktien als Basiswert funktioniert, geht natürlich auch mit Indizes, Rohstoffen und Edelmetallen.

Nichts ist umsonst, auch bei Hebelzertifikaten nicht. Die Transaktionskosten setzen sich zusammen aus dem Spread - also der Differenz zwischen Geld- und Briefkurs - und der Börsenmakler-Courtage. Beim Spread platzieren die Emittenten ihre Gewinnspannen. Der Konkurrenzkampf ist groß, der Preiskampf der Emittenten entsprechend offensiv. Diese Situation sollten Anleger für sich nutzen. Auch bei den Börsengebühren lässt sich Geld sparen, denn die meisten Online-Banken bieten den Direkthandel mit den Emittenten an.

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