999-Tage-Bilanz
Dresdner-Kunden bleiben Commerzbank treu

Rund drei Jahre nach der Übernahme hat das zweitgrößte deutsche Geldhaus noch immer rund elf Millionen Kunden in Deutschland. Der Zusammenschluss sei "planmäßig" gelaufen, sagt Vorstand Krebber.
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FrankfurtDie Commerzbank hat bei der komplizierten Integration der Dresdner Bank keine Kunden verloren. "Die Basis ist stabil geblieben", sagte Vorstand Markus Krebber am Freitag in Frankfurt. Das zweitgrößte deutsche Geldhaus habe rund elf Millionen Kunden in Deutschland. Vor der Übernahme vor fast drei Jahren hatte die Dresdner Bank fünf Millionen, die Commerzbank sechs Millionen Kunden.
Insgesamt sei der Zusammenschluss bislang planmäßig gelaufen, sagte Krebber. Synergien hätten sogar schneller realisiert werden können als erwartet.

Rund 7.400 der geplanten 9.000 Stellen seien inzwischen gestrichen. Rund 40 Prozent der noch wegfallenden Plätze betreffen nun die Zentrale. Dies solle größtenteils über die "natürliche Fluktuation" geschehen. Betriebsbedingte Kündigungen sind bei der Commerzbank bis Ende 2013 ausgeschlossen. Im Vertrieb rüstet die Bank sogar wieder auf. Vom Abbau entfielen 2.500 Stellen auf das Ausland.

Als nächsten Schritt des nach eigenen Angaben größten Zusammenschlusses von Banken in Deutschland will die Commerzbank nun 400 Filialen bis Ende 2012 zusammenlegen, die ersten 50 davon bereits in den nächsten drei Monaten. Am Ende sollen 1.200 übrig bleiben.

Teilweise werden dafür neue Geschäftsräume eröffnet, damit die größeren Einheiten auch genügend Platz haben. Rund 80 Prozent der vereinigten
Filialen lagen bisher nicht weiter als 450 Meter auseinander. Aus einzelnen Orten will sich die Bank nicht zurückziehen. Insgesamt rechnet das Institut durch den Zusammenschluss mit Synergien von 2,4 Milliarden Euro. Davon seien im vergangenen Jahr bereits 1,1 Milliarden erreicht worden.

In diesem Jahr soll der Wert auf mehr als 1,5 Milliarden steigen, 2012 dann auf über 2,1 Milliarden. Dazu trägt auch bei, dass die Abwicklung von zentralen Bankprozessen wie Zahlungsverkehr- und Wertpapierabwicklung sowie der Betrieb des Rechenzentrums von Fremdunternehmen wieder ins eigene Haus geholt wurden.

Gleichzeitig sieht Commerzbank-Chef Martin Blessing die zweitgrößte deutsche Bank nicht als mögliches Übernahmeziel für einen Wettbewerber. "Durch die Kapitalerhöhung wird unsere Marktkapitalisierung deutlich höher sein. Das heißt, ein Kauf würde relativ teuer", sagte Blessing am Freitag auf einer Kundenveranstaltung zur Integration der 2009 übernommenen Dresdner Bank.

Bei einem Kurs von drei Euro je Aktie wären die 5,12 Milliarden Aktien mehr als 15 Milliarden Euro wert. Auch Investmentbanker halten eine solche Transaktion angesichts des Preises für wenig attraktiv.
Eine Übernahme der Commerzbank wäre angesichts ihrer großen Bilanzsumme ohnehin nur für wenige Großbanken zu stemmen, sagte Blessing.

Er verwies auch auf die Sperrminorität des Bundes, der 25 Prozent plus eine Aktie an der Bank hält. Ein potenzieller Käufer müsste auch Finanzminister Wolfgang Schäuble überzeugen, sich von den Papieren zu trennen. Der staatliche Rettungsfonds SoFFin darf seine Aktien ohnehin nicht vor Dezember verkaufen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " 999-Tage-Bilanz: Dresdner-Kunden bleiben Commerzbank treu"

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  • Die Praxis sieht für kleine Privatkunden der Dresdner Bank leider anders aus:
    - Ständig neue Kundenberater,
    - neue Kostenstrukturen,
    - Ständige Vertröstung für Lehmann Brother Geschädigte
    Da gibt es keine Integration und Zugeständnisse sondern ein zerschnittenes grünes Band der Sympathie. Mir bleibt nur der Wechsel zu einer kundenorientierten Bank!!!

  • Als ehemaliger Mitarbeiter und Kunde der Dresdner Bank kann ich mich über die Hofberichtserstattung der Commerzbank eigentlich nicht wundern. Viele Kunden sind zwar noch in den Büchern, betreiben ihre Geschäfte jedoch längst mit einem anderen Institut und haben ihre Vermögenswerte zu Mitbewerbern übertragen.
    Der Service bei der Neuen Commerzbank ist grottenschlecht. Auch das neue Onlineportal erfüllt nicht die Anforderungen, die die neue Technik eigentlich leisten müsste.
    Die Mitarbeiter sind zwar freundlich aber häufig inkompetent.
    Für mich heisst es nur noch "Commerzbank - nein Danke"

  • Dr. Blessiing hat schon längst die Fäden aus der Hand verloren - und den Überblick erst recht!

    Peinlich wie er mit den Kunden umgeht!
    Seine Mitarbeiter sind mit Heizdeckerverkäufer gleich zu setzen! Mit Kundeninteressen handelt keiner von Ihnen!

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