Älteste Bank der Welt
Monte Paschi braucht keine neue Staatshilfe

Obwohl die italienische Traditionsbank Monte Paschi Verluste bei Derivate-Geschäften gemacht hat, braucht sie nach eigener Einschätzung keine weiteren Staatshilfen mehr.
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MailandDie italienische Traditionsbank Monte dei Paschi di Siena (BMPS) benötigt trotz eines Handelsverlusts nach eigener Einschätzung keine weitere Staatshilfe. Die Einbußen aus drei komplexen Derivate-Geschäften könnten mit den im November beantragten Extra-Hilfen über 500 Millionen Euro gedeckt werden, teilte die älteste Bank der Welt am Mittwoch mit.

Gegenwärtig würden drei Derivate-Geschäfte geprüft, darunter die sogenannte Santorini-Transaktion mit der Deutschen Bank. Zudem sehe sich die Bank den Alexandria-Deal mit der japanischen Bank Nomura sowie das Nota-Italia-Geschäft mit einer ungenannten Bank genau an. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen Mitte Februar vorliegen.

Das frühere Management habe keine der Geschäfte dem Verwaltungsrat zur Genehmigung vorgelegt, erklärte die drittgrößte italienische Bank. Allein das Geschäft mit Nomura brockte der Bank Medienberichten zufolge Verluste von mindestens 220 Millionen Euro ein. Die japanische Bank hatte erklärt, die Transaktion sei von Giuseppe Mussari, der bis vergangenes Jahr Verwaltungsratsvorsitzender von BMPS war, geprüft und gebilligt worden. Mussari war am Dienstag von seinem Amt als Chef des italienischen Bankenverbands ABI zurückgetreten. Die Aktie von BMPS fiel am Mittwoch vor Bekanntgabe der jüngsten Erkenntnisse um 8,4 Prozent auf 0,2541 Euro.

Bei den Alexandria- und Santorini-Geschäften habe es sich um Investitionen in langfristige italienische Staatsanleihen gehandelt, die mit Hilfe von Rückkaufvereinbarungen (Repo-Geschäften) finanziert worden seien. Mit den Transaktionen wollte sich die Bank gegen Zinsschwankungen absichern. Die anfängliche Investition in den mit Nomura eingegangen Alexandria-Deal sei im Dezember 2012 erstattet worden, das Santorini-Geschäft mit der Deutschen Bank sei 2009 aufgelöst worden. Die 2006 eingegangene Nota-Italia-Transaktion, die ebenfalls von der Wertentwicklung italienischer Staatsanleihen abhing, wurde vor kurzem umstrukturiert.

In einem Interview des Fernsehsenders Sky erklärte Vorstandschef Fabrizio Viola, die Geschäfte seien nicht richtig verbucht worden. Die italienischen Aufsichtsbehörden hätten nicht genügend Informationen besessen. Die italienische Zentralbank erklärte, BMPS arbeite mit den Regulierern zusammen, um den Sachverhalt aufzuklären. Bislang sei sie nicht über den tatsächlichen Ablauf der Derivate-Geschäfte informiert gewesen.

BMPS hat insgesamt Staatshilfen über 3,9 Milliarden Euro beantragt. Sie war als einzige Bank Italiens bei einem europäischen Stresstest durchgefallen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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