Allianz-Tochter
Anlegerflucht bei Pimco wird langsamer

Allianz-Chef Michael Diekmann hatte schon vor Wochen Licht am Ende des Tunnels gesehen, jetzt ist es offiziell: Im Mai zogen noch weniger Anleger ihre Fonds von US-Tochter Pimco ab: nur noch 2,7 Milliarden Dollar.
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Newport BeachDer Allianz-Tochter Pimco laufen immer weniger Anleger weg. Im Mai hätten Investoren noch 2,7 Milliarden US-Dollar aus dem Flaggschiff des US-Fondsanbieters abgezogen, teilte das früher vom Starinvestor Bill Gross geführte Unternehmen am Dienstag mit. Zuletzt hatte der Fonds im Juli 2014 weniger Abflüsse zu verkraften gehabt. Im März hatten Anleger noch 7,3 Milliarden, im April 5,6 Milliarden Dollar abgezogen.

Damit könnte sich die vor zwei Wochen geäußerte Zuversicht des damaligen Allianz-Chefs Michael Diekmann als richtig erweisen. Dieser hatte auf der Hauptversammlung des Versicherungskonzerns nach dem Führungswechsel und der folgenden Anlegerflucht Licht am Ende des Tunnels ausgemacht. „Erfreulicherweise sind die Mittelabflüsse seit Jahresbeginn Monat für Monat weniger geworden“, hatte der Manager gesagt. „Es scheint, dass wir die Auswirkungen des Führungswechsels damit hinter uns gelassen haben.“ Dies mache ihn zuversichtlich, dass sich die verwalteten Kapitalanlagen im Jahr 2015 stabilisierten.

Der Fonds war bis Ende September 2014 vom als „Anleihekönig“ bekannten Bill Gross verwaltet worden, der jedoch nach einem internen Richtungsstreit zum Wettbewerber Janus Capital gewechselt war. Seitdem hatte die Kapitalflucht, die bereits im Mai 2013 eingesetzt hatte, kräftig Fahrt aufgenommen. Inzwischen hat der Fonds nur noch ein Volumen von 107,3 Milliarden Dollar, ein Minus von 63 Prozent im Vergleich zum Rekordwert aus dem April 2013. Im vorletzten Monat hatte der Pimco „Total Return Fund“ zudem den Titel weltgrößter Anleihefonds an den Vanguard „Total Bond Market Index“ abgeben müssen.

Die Allianz hat bei Pimco eine neue Führungsmannschaft installiert und will sich künftig weniger von Einzelpersonen wie Gross abhängig machen, wie Diekmann sagte. Gross hatte den Vermögensverwalter bis zu seinem Abgang dominiert, ohne formal den Chefposten innezuhaben.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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