Andreas Schmitz
Banken stellen Finanzierung der Bafin infrage

Der Chef des privaten Bankenverbands, Andreas Schmitz, lobt das Verhalten der EZB in der Euro-Krise. Belastete Geldhäuser müssten die Zeit nun für Reparaturarbeiten nutzen. Der Geldsegen werde nicht mehr lange anhalten.
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Handelsblatt: Herr Schmitz, die Europäische Zentralbank hat die Märkte mit einer Billion Euro geflutet. Steigt mit dem vielen billigen Geld die Gefahr einer neuen Finanzkrise?

Andreas Schmitz: Nein, die zeichnet sich nicht ab. Die EZB hat mit ihrer Liquiditätsversorgung der ein oder anderen europäischen Bank Zeit gekauft. Und es bleibt zu hoffen, dass diese Zeit von den Banken genutzt wird, die derzeit noch über kein tragfähiges Geschäftsmodell verfügen. Aber auch die Staaten müssen sie nutzen um ihre Finanzen in den Griff zu bekommen.

Als 2005 die Staatsgarantien für die Landesbanken ausliefen, sogen die sich mit Liquidität voll und investierten in Wertpapiere, die sich später als toxisch herausstellten. Warum sollte es diesmal nicht so kommen?

Wir sind gerade in der Safety-Car-Phase. Nach dem Unfall Staatsschuldenkrise ist der Wettbewerb von der EZB neutralisiert, um die Sicherheit aller Teilnehmer zu gewährleisten. Wer kein tragfähiges Geschäftsmodell hat, muss nun an die Box und Reparaturarbeiten leisten.

Die Institute erhalten Liquidität ohne Beschränkung, ohne Auflagen, ohne Kontrolle. Die Risiken werden vergesellschaftet – das kann doch nicht gutgehen.

Wir können nicht ausschließen, dass die eine oder andere Spekulationsblase entsteht. Natürlich legen die Banken einen Teil der Liquidität an, etwa in Staatsanleihen oder Unternehmensanleihen. Das ist Kreditersatzgeschäft, also Geschäft, das sich nicht direkt mit dem Kunden abspielt. Aber nicht jedes Kreditersatzgeschäft ist spekulativ. Und, ja, viele südeuropäische Institute legen ihr Geld im Ausland an – so verstärken sich die Kapitalungleichgewichte.

Vermögensblasen, Wettbewerbsverzerrungen – sind die Kosten der EZB-Hilfen möglicherweise größer als ihr Nutzen?

Ich sehe zur Politik der EZB keine Alternative, weil das Vertrauen unter den Banken noch nicht wiederhergestellt ist. Die EZB hat mit ihren Maßnahmen großen Stress aus dem Markt genommen. Natürlich kann man jetzt trefflich darüber streiten, ob die Summe zu groß, der Zins zu niedrig ist. Machen wir uns aber nichts vor: Nur die EZB konnte in dieser kritischen Phase Nothilfe leisten. Klar ist auch, dass die EZB die Liquidität in absehbarer Zeit wieder abschöpfen muss.

Die Bankenregulierung sollte die Risiken minimieren. Führt die Geldschwemme dieses Ziel nicht ad absurdum?

Zunächst einmal versetzt das EZB-Geld viele Institute zeitlich überhaupt erst in die Lage, sich an die höheren Anforderungen der Regulatoren anzupassen. Dadurch wird die Regulierung aber nicht infrage gestellt. Ich bin dafür, dass wir nach zwei, drei Jahren Bilanz ziehen und sehen, welche Banken ihre Chance genutzt haben. Die Geschäftsmodelle der betroffenen Banken sollten also auf den Prüfstand kommen und Konsequenzen gezogen werden.

Südeuropäische Banken kaufen mit dem EZB-Geld munter Staatsanleihen – aus der Staatsschuldenkrise könnte also wieder eine Bankenkrise werden. Wie lässt sich dieser Teufelskreis durchbrechen?

Schwierig. Es handelt sich da um eine Schicksalsgemeinschaft. Banken in Spanien, Italien oder Portugal werden immer auch Anleihen des eigenen Staates zeichnen – das machen wir in Deutschland genauso.

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„Wenn Banken kollabieren, ist keinem geholfen“

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  • @hermaennle
    Die Sache mit dem kriminellen ESM-Vertrag haben wir zwar schon zur Genüge angemerkt, aber das muss so oft passieren und wiederholt werden bis dem letzten Bürger klar ist, dass er hier von der politischen Kaste "beschissen" wird und die Politiker vielleicht doch noch sich von diesem Vertrag distanzieren und ein Schamgefühl entwickeln.

    Katzen werden auch so erzogen.

    Sorry für Ausdruck und Vergleich, aber so muss man es bezeichnen.

  • @hermaennle
    Sie stellen es richtig dar.
    Gelder in ein derartiges mafiöses System zu leiten, bedeutet nichts anderes als das System zu fördern.

    Das effizienteste ist, jegliche Zahlungen bis zu dem Zeitpunkt einzustellen bis vernünftige Strukturen geschaffen und kompetente Leute eingestellt sind.

  • Kann das sein ? Die Bundesaufsicht für das Kreditwesen wird
    von den Banken finanziert ? Wo bleibt da die objektive Über-
    wachung der privaten Banken ? Dies kann man doch nur als
    Farce bezeichnen und ist der Beweis, dass die Finanzkrise
    niemals aufgearbeitet wurde. Das muss doch zum Tod unseres
    derzeitigen Geldsystems und damit zur Pleite des Euro
    führen, wenn Banken bei der Aufsicht mitsprechen und sich
    ihre eigenen Regeln mit aufstellen!!! Das Spielkasino geht
    bis zum Platzen weiter und die galoppierende Inflation ist
    nicht mehr aufzuhalten! Nachzulesen seit 2004 bei Roland
    Baader.

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