Anlageformen
Banken vs. Versicherer

Neues Feld: Auf der Suche nach lukrativen Anlagen drängen Versicherer verstärkt ins Kreditgeschäft - manch Banker stört das gewaltig.
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FrankfurtNikhil Srinivasan hat es derzeit schwer. Der hagere Herr mit dem exotischen Namen ist Chief Investment Officer beim Münchener Allianz-Konzern - der Herrscher des Geldes. 460 Milliarden Euro muss Srinivasan möglichst rentabel anlegen, damit die Kunden künftig ordentliche Erträge aus ihren Lebensversicherungen bekommen. Um diese Aufgabe beneidet ihn momentan niemand. Staatsanleihen bringen entweder zu wenig Rendite oder sind zu riskant. Und Aktien kaufen Versicherer nur in sehr bescheidenem Umfang, weil sie für die Papiere zu viel ihres Eigenkapitals vorhalten müssen; so verlangen es die neuen Spielregeln der Branche, Solvency II genannt.

Die Allianz sucht deshalb nach alternativen Anlagemöglichkeiten. Eine ist es, Kredite im großen Stil zu vergeben, so wie Banken das schon seit Jahrhunderten tun. "Darlehen gegen eine Sicherheit werden zu einem immer sinnvolleren Ansatz", erklärt Srinivasan. In den Bankentürmen in Frankfurt beobachten sie sehr genau, was sich bei den Versicherern bewegt. Dass da eine neue Konkurrenz auf sie zukommt, haben die Banker längst bemerkt. Die Versicherer drängten zunehmend in branchenfremde Geschäfte, sagt etwa Ulrich Schröder, der Chef der deutschen Förderbank KfW. Ganz ähnlich sieht das Ed Langendam.

Vor allem im Finanzierungsgeschäft von Infrastruktur- und Energieprojekten würden sich die Versicherer umtun, meint der Deutschland-Chef von NIBC. Jene Bereiche, in denen auch das niederländische Kreditinstitut sein Geld verdient. Langendam will die weitere Entwicklung erst einmal abwarten, ehe er ein Urteil fällt. An der einen oder anderen Stelle ergäben sich sogar Kooperationsmöglichkeiten mit den neuen Konkurrenten, so sein erster Eindruck. Andere dagegen sind nicht begeistert über die neue, zumal kapitalstarke Konkurrenz. "Die Versicherer haben in diesem Geschäft grundsätzlich nichts zu suchen", sagt ein Frankfurter Banker, der seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen mag. Außerdem würde man mit zweierlei Maß messen, was die Aufsicht betreffe. Während die Banken stark reguliert würden hinsichtlich ihres Verhältnisses von risikoreichem Geschäft zu Eigenkapital, etwa dem Kreditgeschäft, sei das bei Versicherern nicht der Fall, urteilt der Banker - ein Duell mit ungleichen Waffen. Den Versicherern wird das egal sein. Die Suche nach neuen Geschäftsfeldern hat derzeit Priorität.

Kommentare zu " Anlageformen: Banken vs. Versicherer"

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  • Völliger Unsinn, was meine 4 vorherigen Kommentatoren von sich geben. Banken vertreiben schließlich nicht ihre eigenen Versicherungsprodukte sondern die produkte der versicherer. Die Versicherer aber verkaufen umgekehrt nicht die Produkte der Banken sondern machen das Geschäft selbst. Das ist ein entscheidender Unterschied. Ich bin übrigens kein Banker sondern Versicherungskaufmann.

  • Was haben die Banken denn gedacht..? Sie haben Versicherer auch nicht danach gefragt ,als sie schlecht ausgebildete Bänker annimiert haben Sach / Kranken /Lebensversicherung zu "verkaufen" ,wie es um das Image od. die Position der Versicherer bestellt gewesen ist..und mauern noch heute ,wenn der Kunden mit einem besseren Bedingungswerk & günstigeren Beiträge für eine z.Bsp. Risikoversicherung kommt ,um Kosten in einer Finanzierung zu sparen..2/3 der Beschwerden kommen von Banken / Sparkassen vermittelten Produkten und das die Aufklärungen hierrüber ,fast gen Null gewesen ist..

    Wie gesagt ,was haben die Banken gedacht..der Markt ist im Wandel ,die Kunden sind im Wandel..die Versicherer ebenso ! Wer das nicht merkt, wird ganz schnell die Kunden komplett verlieren..einige Versicherer bieten schon Girokonten über Ihren eignen Hausbanken an..

    HG DerMakler

  • Das wird auch zeit, dass die Versicherer in die Kerngeschäfte der Banken eindringen. Finanzierungen und Geldanlagen müssen einfach ein zusätzliches Geschäft der Versicherungsvertriebe werden, umgekehrt haben die Banker doch längst den Versicherungsvertrieb in ihr Geschäftsmodell implementiert.

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