Anlaufstelle für Whistleblower
Bafin zieht positive Bilanz

Seit einem Jahr gibt es jetzt eine Anlaufstelle der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht für Whistleblower, um Missstände im Finanzsektor zu melden. Rund 400 Hinweise sind bisher eingegangen.
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Frankfurt/BonnDie Bafin zieht nach dem ersten Jahr eine positive Bilanz ihrer Anlaufstelle für Tippgeber, die auf Missstände im Finanzsektor aufmerksam machen. Etwa 400 Hinweise sogenannter Whistleblower seien bislang bei der zentralen Meldestelle eingegangen, teilte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) auf Anfrage mit. Die Plattform war zum 2. Juli 2016 eingerichtet worden.

„Die zahlreichen Hinweise zeigen, dass die Bafin-Hinweisgeberstelle angenommen wird“, bilanzierte die Juristin Béatrice Freiwald, die als Exekutivdirektorin seit März 2016 den neu geschaffenen Bereich „Innere Verwaltung und Recht“ der Bafin führt. „Unter den in Qualität und Gehalt sehr unterschiedlichen Hinweisen gibt es für die Aufsicht bedeutsame Informationen.“

Bei gut einem Viertel (115) der Hinweise ging es um mutmaßliche Verstöße von Banken – etwa gegen Geldwäschebestimmungen oder die Vorgabe, Kredite mit ausreichend Eigenkapital zu unterlegen. Auch kritische Vorgaben für den Vertrieb sind mitunter Thema. Fast ebenso viele Hinweise (110) gab es zu Finanzgeschäften, für die den Anbietern möglicherweise die notwendige Zulassung fehlt. In 60 der 400 Fälle war die Bafin entweder nicht zuständig oder die Angaben des Hinweisgebers erwiesen sich als zu unkonkret.

Die Behörde hofft, über das Portal mehr Erkenntnisse über mögliche Verstöße und Straftaten zu bekommen. Den Whistleblowern (Englisch für Enthüller, Informant) sichern die Aufseher Anonymität zu. „Die Hinweisgeberstelle ist wichtig, denn sie zeigt, dass die Bafin an Hinweisen zu Fehlverhalten interessiert ist und gleichzeitig Vorkehrungen für den Schutz der Hinweisgeber implementiert hat“, erklärte Freiwald. „Dies gibt die sicheren Rahmenbedingungen für eine Person mit wichtigem Wissen, damit sie sich auch an die Bafin wendet.“

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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