Auffällige Aktiengeschäfte
Deutsche Bank nimmt Kunden unter die Lupe

Die Finanzverwaltung ist auf einen Kunden der Deutschen Bank aufmerksam geworden, der zweifelhafte Aktiengeschäfte abgeschlossen haben könnte. Das Institut hat dazu bereits eine interne Untersuchung eingeleitet.
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FrankfurtDie Deutsche Bank nimmt intern möglicherweise zweifelhafte Aktiengeschäfte eines Kunden unter die Lupe. „Im Zusammenhang mit Aktiengeschäften eines Kunden der Deutschen Bank wurde von der Finanzverwaltung an die Deutsche Bank ein Auskunftsersuchen gestellt“, teilte ein Sprecher des größten deutschen Geldhauses am Sonntag in Frankfurt mit. „Es handelte sich dabei nicht um Untersuchungen der Finanzverwaltung gegen die Deutsche Bank.“ Der Sprecher reagierte damit auf einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ über die internen Untersuchungen.

Konkret geht es um Handelsgeschäfte mit Aktien rund um den jeweiligen Dividendenstichtag eines Unternehmens, sogenannten „Cum-Ex-Geschäften“. Die Finanzverwaltung hat bereits seit längerem solche Geschäfte im Visier, bei denen Aktien schnell hintereinander ge- und wieder verkauft worden sein sollen, um Kapitalertragssteuern mehrfach erstattet zu bekommen. Das Bundesfinanzministerium hatte dieses Steuerschlupfloch 2012 geschlossen. Dem „Spiegel“ zufolge gehen Anwälte davon aus, dass zwischen 2007 und 2010 bis zu fünf Prozent der Finanzvermögen reicher Deutscher in solche Geschäfte investiert wurden.

Die interne Überprüfung bei der Deutschen Bank „ist noch nicht abgeschlossen, so dass zur Zeit keine weiteren Einzelheiten mitgeteilt werden können“, wie das Institut mitteilte. „Nach den bisherigen Feststellungen geht die Bank nicht davon aus, dass im Zusammenhang mit Cum-Ex-Geschäften Steuerrückzahlungsverpflichtungen der Bank oder sonstige Zahlungsverpflichtungen geltend gemacht werden.“

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Dem Vernehmen nach waren Geschäfte dieser Konstruktion kein Verstoß gegen die Gesetze. Es wäre deshalb eine Überprüfung der Qualität der am gesetzlichen Regelungsprozess beteiligten Finanzbeamten, erweitert um den Aspekt des Korruptionsverdachts, angesagt.

    Das Handelsblatt sollte diesem Aspekt nachgehen und darüber öffentlich berichten.

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