Autoversicherung
Allianz und Huk-Coburg gehen in Vergleichsportalen getrennte Wege

Deutschlands größte Autoversicherer gehen sich auf Vergleichsportalen im Internet bewusst aus dem Weg. Huk-Coburg und Allianz werden ihre jeweils günstigsten Tarife nicht auf den gleichen Portalen listen.
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Die beiden größten Autoversicherer, Huk-Coburg und Allianz, rüsten sich für die jährliche Rabattschlacht. Mit ihren jeweils günstigsten Angeboten werden sie aber nicht direkt auf Vergleichsportalen im Internet konkurrieren. Die Allianz hat sich entschieden, ihre Tochter Allsecur beim größten Vergleichsportal Check24 zu listen und nicht beim neuen Konkurrenten Transparo. Dort wiederum werden Tarife der Huk verglichen, aber keine von Allsecur.

Wolfgang Schütz vom Verbraucherportal Transparo bedauert den Rückzug der Allianz aus seinem Vergleichsportal, das von den Versicherern Huk-Coburg, Talanx und WGV finanziert wird. „Wir haben die günstigen Versicherer“, lautet sein Credo. Daran ändere auch die mehrheitliche Übernahme der Transparo-Muttergesellschaft Aspect Online durch die drei Versicherer nichts. Die Begründung von Allianz-Deutschland-Chef Markus Rieß für den Rückzug von Allsecur versteht er nicht. Rieß hatte in der FTD erklärt: "Wir wollen  unsere Tarife in Vergleichsportale bringen, die sich nicht auch auf die Herstellung eigener Produkte konzentrieren".

Schütz stellte dazu fest: „Wir  stellen keine eigenen Produkte her. Wir arbeiten mit der neuen Marke Tansparo so unabhängig wie mit unserer Stamm-Marke Aspect Online.“ Die Unabhängigkeit sei sowohl durch die Verträge mit den neuen Partnern, als auch durch die gelebte organisatorische Trennung gewährleistet.

Transparo will alle Autotarife unabhängig von möglichen Provisionsvereinbarungen mit den Versicherern listen. „Wir nehmen jede Versicherung, die uns ihre Tarife zur Verfügung stellt, in unseren  Vergleichsrechner  auf.  Der Versicherer muss das nicht einmal ausdrücklich so  wünschen.“ Im Fall der Allianz ist dies derzeit offenbar noch so. Zwar bekommt Transparo keine Daten von der Allianz-Tochter Allsecur, ein anderer Allianz-Tarif taucht allerdings im Vergleich noch. Ob dieser Tarif auch von der Allianz gekappt werde, konnte Schütz auf Nachfrage noch nicht sagen.

Für Kunden, die im Internet eine neue Autoversicherung suchen, ist die Lage dadurch unübersichtlicher geworden. Bei keinem Vergleichsportal erhalten Verbraucher die vollständige Übersicht. Marktführer Check24 vergleicht zum Beispiele derzeit keine Tarife von Ergo Direkt, HDI24, Huk24, HuK-Coburg, WGV und WGV-Himmelblau. Bei Transparo wiederum fehlen neben Allsecur vor allem DEVK und Cosmos Direkt. Schütz selbst räumt die aus Kundensicht unbefriedigende Situation durch den Rat ein: „Vergleichen Sie Autotarife bei mehreren Vergleichsportalen.“ Das tun erfahrungsgemäß jedoch die wenigsten Kunden, weil dies sehr zeitaufwendig wäre. Die persönlichen Daten müssten schließlich mindestens zwei Mal eingegeben werden.

Kommentare zu " Autoversicherung: Allianz und Huk-Coburg gehen in Vergleichsportalen getrennte Wege"

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  • Gut zu wissen das Vergleich-Portale u.a. von Versicherern gegründet werden. Es ist ein Skandal, wenn nicht alle Tarife eine Beachtung finden, dann ist das nur noch ein oberflächlicher Vergleich! Es wären mal schön, wenn die Branche unabhängige und vollständige Vergleiche anbieten würde. Der Kunde wird hier mal wieder in die Irre geführt. Nein Danke!

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