Banco Santander
Das Schlimmste ist vorüber

Wegen Rückstellungen für faule Kredite ist der Gewinn der größten spanischen Bank deutlich gesunken. Da konnte auch der Wachstumsmarkt Lateinamerika nicht viel retten. Doch 2013 könnte die Wende zum Positiven bringen.
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MadridEs war ein enormer Kraftakt: Fast 19 Milliarden Euro musste Spaniens Banco Santander im vergangenen Jahr an Rückstellungen leisten, die Hälfte davon in Spanien. Entsprechend schlecht fiel das Ergebnis aus. Der Nettogewinn brach auf 2,2 Milliarden Euro ein, fast 60 Prozent weniger als im Vorjahr. Das war noch düsterer als von Analysten erwartet. Ohne die Rückstellungen hätte das Ergebnis 23,6 Milliarden Euro betragen, etwas höher als im Vorjahr. „Das Nettoergebnis von 2012 stellt einen Wendepunkt dar, 2013 werden wir ein starkes Ergebniswachstum sehen“, erklärte Santander-Präsident Emilio Botín am Donnerstag.

Seit Beginn der Krise hat der spanische Branchenprimus in der Heimat stolze 21 Milliarden Euro an Sanierungskosten aufbringen müssen, das entspricht zehn Prozent des gesamten spanischen Kreditportfolios. Santander hat nunmehr alle Rückstellungen geleistet, die der spanische Gesetzgeber der Branche im letzten Jahr auferlegt hatte. Gleichzeitig hat die Großbank eine aggressive Verkaufsstrategie in ihrem spanischen Immobilienportfolio verfolgt, und damit ihre Abhängigkeit von dem noch immer stark kriselnden Sektor sehr viel stärker reduziert als der Rest der Branche. Das w

Neben dem Krisenland Spanien, wo die Kredite vor allem im Immobiliensektor, aber auch in allen anderen Segmenten stetig sinken, sah die Gruppe auch in Großbritannien und den USA ihre operativen Ergebnisse schrumpfen. Das wurde indes ausgeglichen durch die robust wachsenden  Standbeine in Lateinamerika und insbesondere in Brasilien, das allein mittlerweile die Hälfte zu den Gewinnen der Gesamtgruppe beiträgt. Ein eindrucksvolles Wachstum der Einnahmen sah Santander auch in Polen.

Dass das Schlimmste der Krise in den Augen des Santander-Managements vorüber ist zeigte sich daran, dass die Gruppe einen Großteil ihrer Ausleihungen von der EZB zurückzahlte. Insgesamt 24 Milliarden Euro gab Santander an die Europäische Notenbank zurück, das entspricht der Summe, welche die Bank bei der LTRO-Auktion der EZB im Dezember 2011 aufgenommen hatte. Die Wiedereröffnung der Kapitalmärkte, wo Santander insgesamt 43 Milliarden Euro aufnehmen konnte, sowie das starke Wachstum der Einlagen insbesondere in Spanien hätten die Liquiditätslage so entspannt, dass die hohe Reservehaltung bei der EZB unnötig geworden sei, erklärte CEO Alfredo Saenz.  Ob es weitere Rückzahlungen dieses Jahr geben werde, dazu wollte sich der Vorstandschef nicht äußern.

Das Kernkapital verbesserte sich weiter auf 10,33 Prozent, vor allem infolge des Börsengangs in Mexiko.

Anne Grüttner ist Handelsblatt-Korrespondentin in Madrid.
Anne Grüttner
Handelsblatt / Korrespondentin

Kommentare zu " Banco Santander: Das Schlimmste ist vorüber"

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  • Der Bericht ist ärgerlich, weil Sie völlig unkritisch die Aussagen des Manangements übernehmen,und anscheinend null eigene Recherche verschwenden. Wie soll denn bei 26% Arbeitslosigkeit, Rückgängen beim Einzelhandelsumsatz von 10% aufs Jahr, und einer Insolvenzwelle bei den Unternehmen das Schlimmste überstanden sein? Ich glaube, Sie verabschieden sich vom Journalismus und geben nur noch Agenturmeldungen und Pressemitteilungen wieder. Grauslich.

  • spanische Banken - Teil 2 von 2
    ==========================
    ... Zu den 100% Finanzierung für die Eigentumswohnung gabs nochmals 20% extra fürs neue Auto. Und wenn der Immobilienpreis scheinbar stieg, konnte die Immobilie nochmals beliehen werden.

    Und die Banker sind nicht so dumm, dass sie nicht schon seit vielen Jahren wissen, dass das auf Dauer nicht funktionieren kann. Aber sie machen auch jetzt noch so weiter, weil sie wissen, dass ihnen nichts passieren kann...

    **Dem Kreditsachbearbeiter passiert nichts
    **Seinem Abteilungsleiter passiert nichts
    **Dem Filialleiter passiert nichts
    **Dem Bankdirektor passiert nichts
    **Der Bank passiert nichts

    Wenn nun ausländische Geldgeber das alles finanzieren, ist das deren Problem aber nicht das Problem der spanischen Banker.
    Zitat Ende:

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