Banken in den USA
Top-Geldhäuser sparen sich zum Erfolg

Die größten US-Banken werden den besten Jahresgewinn seit 2006 erzielen. Doch die Branche steht vor einem schwierigen neuen Jahr, denn bald ist das Limit für Einsparungen erreicht. Wie sollen die Banken noch wachsen?

Die sechs größten Banken der USA werden ersten Schätzungen zufolge den besten Jahresendgewinn seit 2006 einstreichen. Insgesamt dürfte der Gewinn der Geldhäuser bei 19,9 Milliarden US-Dollar liegen.

Die hohe Gewinnsumme kommt dadurch zustande, dass die Banken massiv ihre Kosten senken und Sparprogramme durchführen. Im vierten Quartal des Jahres 2015 haben die sechs Institute 61,8 Milliarden Dollar für Personal, Marketing und Immobilien ausgeben - das ist die niedrigste Summe für diese Kosten seit sieben Jahren. Und das schraubt den Gewinn in die Höhe.

"Kostensenkungen machen es den Banken möglich gegen das flaue Marktumfeld anzukämpfen", sagt Shannon Stemm, Analystin bei Edward Jones in St. Louis. "Ein großer Teil der Einsparungen macht sich bereits positiv bemerkbar." 

Die offizielle Zahlen für das vierte Quartal werden in den kommenden Tagen erwartet. Den Anfang macht JPMorgan am 14. Januar. Darauf folgen Citigroup und Wells Fargo am 15. Januar, Morgan Stanley und Bank of America haben ihre Zahlen für den 19. Januar angekündigt. Goldman Sachs stellt das Quartalsergebnis am 20. Januar vor. Analysten rechnen damit, dass Wells Fargo mit 5,36 Milliarden Dollar den höchsten Gewinn einfahren wird, gefolgt von JP Morgan mit 4,75 Milliarden Dollar und der Citigroup mit 3,55 Milliarden Dollar.

Im Zuge der Finanzkrise waren die Kosten der Banken angeschwollen - vor allem horrende Summen für Rechtsstreitigkeiten belasteten die Institute. Hier sind die Kosten nun aber gesunken. In den ersten drei Quartalen 2015 beliefen sich die Rechtskosten der fünf größten US-Banken auf weniger als sieben Milliarden Dollar - im Jahr 2014 lagen diese noch bei 33 Milliarden Dollar.

Zudem bauen die US-Banken seit Jahren massiv Stellen ab. Prominentes Beispiel hierfür ist die Bank of America: Sie hat in den vergangenen vier Jahren die Zahl ihrer Mitarbeiter um rund 75.000 verringert.

Unklar ist, wie lange noch die Banken ihre Gewinne durch Kosteneinsparungen halten können. Denn bald ist das Limit für Einsparungen erreicht, 2016 könnte deshalb das Jahr sein, in dem Banken merken, dass sie ihre Strategie ganz neu ausrichten müssen.

"Wenn die Erträge weiterhin gedämpft bleiben und wir kein Potenzial beim Wachstum erreichen, wie sollen die Banken dann wachsen?", sagt Chris Mutascio, Analyst bei Keefe, Bruyette & Woods. "Es gab schon viele Sparmaßnahmen. Da ist nicht mehr viel zu holen"

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
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