Banken-Kapitalvorschriften
Geringe Chancen auf Einigung in dieser Woche

Der Streit über die Reform der globalen Kapitalvorschriften für Banken geht weiter. Eine Einigung in dieser Woche erscheint Insidern zufolge unwahrscheinlich. Frankreich soll mit dem aktuellen Vorschlag unzufrieden sein.
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London/ParisIm Ringen um eine Verschärfung der globalen Kapitalvorschriften für Banken ist eine abschließende Vereinbarung in dieser Woche Insidern zufolge eher unwahrscheinlich. „Wir werden keinen Deal bekommen“, sagte eine mit den Gesprächen vertraute Person am Montag. Auch ein zweiter Insider bezeichnete die Chancen als eher gering. Banken-Regulierer aus den wichtigsten Industrie- und Schwellenländern wollen am Mittwoch und Donnerstag in Schweden einen neuen Anlauf nehmen, die Reform der Kapitalregeln unter Dach und Fach zu bekommen. Den Insidern zufolge ist jedoch Frankreich, das von Deutschland und den Niederlanden unterstützt wird, unzufrieden mit dem auf dem Tisch liegenden Vorschlag.

Der Streit über die Reform - in der Branche „Basel IV“ genannt - zieht sich schon lange hin. Wichtigster Stolperstein ist die Frage, wie weit Banken die Risiken in ihren Bilanzen mit eigenen Modellen herunterrechnen dürfen, um Kapital zu sparen. Umstritten ist vor allem der Vorschlag, dass der nach internen Modellen errechnete Kapitalbedarf um maximal 25 Prozent niedriger ausfallen darf als nach dem Standard-Modell. Diesen „Output Floor“ von 75 Prozent halten Deutsche und Franzosen für zu hoch, andere wiederum für zu niedrig. „Aber jeder hat eine Bereitschaft signalisiert, sich auf eine bestimmte Zahl zu verständigen“, sagte ein Insider.

Europas Banken befürchten, dass ihr Eigenkapitalbedarf bei zu großen Einschränkungen stark steigen wird. Die USA dagegen wollen sicherstellen, dass die Untergrenze nicht zu niedrig ausfällt. Frankreichs Notenbank verwies am Montag auf Äußerungen ihres Gouverneurs Francois Villeroy de Galhau. Der Notenbank-Chef hatte im Mai gesagt, beim Abschluss des Basel-Pakets gehe es um verbesserte interne Modelle, aber auch darum, dass diese stärker überwacht würden. „Es ist besser, sich etwas Zeit zu lassen, um eine gute Vereinbarung zu erzielen, als zu schlechten Arrangements zu hetzen.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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