Banken
Monte dei Paschi um 47 Millionen betrogen

Seit Jahren hat die Bank Monte dei Paschi mit Skandalen zu kämpfen – jetzt kommt noch einer dazu: Die Finanzpolizei ermittelt gegen mehrere Ex-Mitarbeiter. Sie sollen die Bank um 47 Millionen Euro geschädigt haben.
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RomEin Betrügernetzwerk unter Beteiligung früherer Mitarbeiter soll die angeschlagene italienische Bank Monte dei Paschi di Siena (BMPS) um 47 Millionen Euro geschädigt haben. Italienischen Medienberichten zufolge durchsuchte die Finanzpolizei am Montag Gebäude in mehreren Regionen des Landes.

Die Ermittlungen richteten sich gegen elf Verdächtige, darunter frühere Mitarbeiter der Bank und mehrere Wertpapierhändler, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.

Mithilfe der Durchsuchungen wollen die Ermittler den Berichten zufolge Geldströme auf anonyme Treuhandkonten in Steuerparadiesen rekonstruieren. Die Verdächtigen würden „Fünf-Prozent-Gruppe“ genannt - nach dem Anteil, den sie von ihren Kunden für ihre Dienste verlangt hätten. Unter denjenigen, gegen die ermittelt werde, seien ein früherer hochrangiger Mitarbeiter der Finanzsparte der BMPS und der einstige Leiter der Londoner Filiale der Bank.

Den entsprechenden Vertrag fand das neue Management der Krisenbank nach eigener Darstellung erst im Oktober 2012 in einem Tresor. Der Manager war der erste Verdächtige, der in dem Fall festgenommen wurde. Über die Ermittlungen hatte die Nachrichtenagentur Reuters bereits im vergangenen Jahr berichtet.

Einer der Justizinsider berichtete am Montag, dass neben Baldassarri auch gegen einen aktuellen Angestellten der Bank ermittelt werde. Die Identität der anderen Verdächtigen war zunächst unklar.

Die Staatsanwaltschaft prüft auch die Übernahme des kleineren Konkurrenten Antonveneta durch Monte Paschi. Der Milliardenkauf wurde als zu teuer kritisiert und brachte die 1472 gegründete Bank in der Finanzkrise in Schieflage. Der Staat stützte das Institut mit Milliarden.

Die 1472 gegründete BMPS gilt als ältestes Geldinstitut der Welt und hat seit Jahren mit Skandalen zu kämpfen. Unter anderem soll die frühere Führungsspitze für den Kauf der Bank AntonVeneta vom spanischen Geldhaus Santander einen deutlich überhöhten Preis gezahlt haben. Um dies auszugleichen, soll das einstige BMPS-Management in hochspekulative Papiere investiert haben, was aber zu hohen Verlusten für die Bank führte. Der italienische Staat stützte die BMPS mit mehreren Milliarden Euro.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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