Banken-Posse
PSD-Verband einigt sich mit Regensburger Ex-Genossen

Der genossenschaftliche PSD-Bankenverband und ein Institut aus Regensburg haben ihren jahrelangen Rechtstreit beigelegt. Für den Verband bedeutet das: Sein Einflussbereich ist künftig kleiner.
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FrankfurtDer blinde Fleck auf der Deutschlandkarte des genossenschaftlichen PSD-Bankenverbandes springt sofort ins Auge: Jedes der 14 Mitgliedsinstitute hat sein klar eingegrenztes Geschäftsgebiet, zwischen Kiel und München, Köln und Brandenburg. Doch die Region südöstlich von Nürnberg und nordöstlich von München bleibt leer. Bis zum vergangenen Jahr war dort die PSD-Bank Niederbayern-Oberpfalz vermerkt. Doch die Regensburger haben den Verband nach jahrelangem Streit zum Jahresende verlassen.

Den Zwist, bei dem sich zwischenzeitlich sogar das Bundeskartellamt eingeschaltet hatte, haben die Genossen nun beendet: „Wir haben uns gütlich einigen können“, sagte der neue Verbandschef Dieter Jurgeit, der am Mittwoch erstmals die Bilanz der PSD-Bankengruppe vorstellte. Beide Seiten hätten ihre Klagen zurückgezogen, sämtliche juristische Auseinandersetzungen seien damit erledigt. Gegenüber dem Handelsblatt sprach der Anwalt der PSD-Niederbayern-Oberpfalz, Edgar Steinle, jedoch von einem außergerichtlichen Vergleich: Darin seien auch Entschädigungsregelungen im Hinblick auf Anwalts- und Gerichtskosten getroffen worden. Details nannte er jedoch nicht. Dem widersprach Jurgeit auf Nachfrage.

Die Niederbayern hatten von 2014 an ihr Geschäft nicht mehr auf die Heimatregion beschränkt, sondern boten ihre Dienstleistungen bundesweit an. Damit steigerten sie zwar ihren Gewinn auf Rekordniveau, zogen jedoch den Zorn der 14 übrigen Institute und den des PSD-Verbandes auf sich. Dessen Einfluss ist groß: Der Verband ist nicht nur Interessensvertreter, sondern auch Wirtschaftsprüfer seiner Mitglieder. Übt er in den Prüfberichten Kritik, ruft das schnell die Finanzaufsicht auf den Plan. Die PSD Niederbayern-Oberpfalz fühlte sich gegängelt, wollte den Verband verlassen. Sie klagte vor dem Landgericht Bonn und schaltete das Kartellamt ein.

Doch der Führungswechsel an der Spitze des PSD-Verbandes brachte offenbar Ruhe in den juristischen Schlagabtausch mit den abtrünnigen Genossen. „Wir sind immer korrekt miteinander umgegangen, seit ich das Zepter in der Hand halte“, sagte Jurgeit. Auch Anwalt Steinle begrüßte die Einigung: Die PSD-Niederbayern-Oberpfalz, die sich heute „Meine Bank“ nennt, sei zufrieden, sagte er dem Handelsblatt.

„Wesentlich für meine Mandantin war und ist dabei, dass sie im Hinblick auf ihre bisherige Firmierung künftig weiter Schutz genießt“, sagte Steinle weiter. Das bedeutet, dass keine andere Bank sich künftig unter dem Namen PSD Bank Niederbayern-Oberpfalz betätigen darf.

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