Bankenaufsicht
EZB-Vize fordert stärkere Überwachung von Schattenbanken

Vitor Constancio setzt sich für mehr Kontrollmöglichkeiten des Schattenbankensektors ein. Laut dem EZB-Vizepräsidenten müssen weitere Werkzeuge zur Überwachung entwickelt werden, wie zum Beispiel gezielte Stresstests.
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FrankfurtEZB-Vizepräsident Vitor Constancio macht sich für eine stärkere Durchleuchtung des Schattenbankensektors stark. Seit 2009 hätten Schattenbanken ihre Geschäftsanteile im Finanzsektor von 33 auf 37 Prozent gesteigert, sagte Constancio am Freitag in der litauischen Hauptstadt Vilnius laut Redetext. Ein nur auf Banken ausgerichtetes Rahmenwerk für die Überwachung des Finanzsektors sei daher „auf einem Auge blind“.

Der den politischen Entscheidungsträgern zur Verfügung stehende Werkzeugkasten zur Kontrolle des Finanzsektors müsse daher erweitert werden. Die Entwicklung entsprechender Werkzeuge sei daher „eine wirkliche Notwendigkeit für entwickelte Volkswirtschaften“, sagte der Vizechef der Europäischen Zentralbank (EZB).

Regulatoren müssen nach Ansicht von Constancio ein klareres Bild gewinnen könnnen, wie stark einzelne Akteure im Schattenbankensektor und das ganze System gegen Schocks gefeit sind. „In diesem Zusammenhang würde ich es unterstützen, dass gezielte Stresstests von den Regulatoren selbst entwickelt werden“, sagte der Notenbanker. Diese könnten ein Licht werfen, wie stark Schattenbanken in der Lage sind, mit Verlusten umzugehen.

Zum Schattenbanken-Sektor werden unter anderem Hedge- und Geldmarktfonds, spezielle Börsenhändler sowie weitere Investment-Vehikel gezählt. Anders als Banken sind sie nicht reguliert und sitzen oft in exotischen Finanzzentren und Steuerparadiesen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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