Bankenbranche
Die fetten Jahre sind vorbei

Die Aktienkurse fallen, die Renditen sinken: Die europäischen Finanzinstitute verlieren an Wert. Jetzt sollen die Banken ihre harte Kernkapitalquote auch noch von zwei auf sieben Prozent erhöhen.
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Düsseldorf, FrankfurtUrs Rohner überlegte kurz und wählte seine Worte mit Bedacht. Die Banken, sagte der Verwaltungsratschef der Credit Suisse auf einer Veranstaltung des Handelsblatts im vergangenen Herbst, befänden sich mitten „im größten Veränderungsprozess seit Generationen“. Josef Ackermann, für ein paar Tage noch Chef der Deutschen Bank, meinte, dass gerade die europäische Bankenindustrie aufgrund ihrer Struktur überproportional von der verschärften Regulierung belastet werde.

Wenige Monate später liegen die Beweise für den Wandel, die Bilanzen des abgelaufenen Geschäftsjahres auf dem Tisch. Alle großen Banken haben in den vergangenen Wochen ihr Zahlenwerk den Investoren präsentiert. In der LBBW fehlt nur noch Deutschlands größte Landesbank. Sie präsentiert ihre Bilanz am Mittwoch.

Eines jedenfalls steht aber schon jetzt fest: Die goldenen Zeiten der Finanzbranche sind vorbei; das lässt sich an einer ganzen Reihe von Daten und Kennzahlen ablesen, nicht zuletzt an der Eigenkapitalrentabilität der Banken. Von dem ehrgeizigen Ziel Josef Ackermanns, eine Rendite von 25 Prozent zu erzielen, sind der Schweizer und seine Vorstandskollegen in den anderen europäischen Finanzkonzernen jedenfalls so weit entfernt wie der Frankfurter Römer von der Wall Street in New York. Rund acht Prozent hat die Deutsche Bank im abgelaufenen Geschäftsjahr auf das Eigenkapital verdient. Am besten schnitten noch die skandinavischen Kreditinstitute ab – Svenska Handelsbanken (13,5), Swedbank (12,2) oder Nordea (10,6). Die – gemessen am Börsenwert – größte Bank in Europa, die britische HSBC, kommt auf eine Eigenkapitalrendite von immerhin knapp elf Prozent.

Ein guter Indikator zum Befinden der Finanzbranche ist immer auch der Aktienkurs beziehungsweise der Börsenwert eines Unternehmens. Die Commerzbank etwa ist nicht einmal mehr neun Milliarden Euro wert und damit nur einen Bruchteil dessen, was sie einst kostete. Nicht viele Unternehmen im Dax, dem wichtigsten deutschen Aktienindex, sind – gemessen an der Marktkapitalisierung – derzeit kleiner als die Commerzbank. Der Düngemittelhersteller K+S beispielsweise oder Heidelberg-Cement.

Dass es in absehbarer Zeit deutlich nach oben geht mit den Kursen des Frankfurter Kreditinstitutes, glauben nur wenige Analysten. Philipp Zieschang von der UBS schreibt in seiner aktuellen Studie, dass die Bank große Anleihenpositionen der risikoreichen PIIGS-Staaten mit sich herumschleppe. Würden diese Positionen verkauft, müsste das Kreditinstitut derzeit einen Verlust von 5,5 Milliarden Euro hinnehmen. Zieschang rät Anlegern deshalb, die Aktie des Dax-Konzerns besser zu verkaufen. In den vergangenen zwölf Monaten haben die Papiere der Commerzbank mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren. Auf der Liste der größten Kapitalvernichter, die die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) jüngst vorstellte, ist das Frankfurter Kreditinstitut weit vorn dabei.

Kommentare zu " Bankenbranche: Die fetten Jahre sind vorbei"

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  • Das wäre zu zu schön,aber da Banken und ihr Geld ein Machtfaktor sind und man als Chef einer wichtigen Bank auch gerne mal mit Kanzlern feiert und in Hinterzimmern Politik macht,wird das einfach nie passieren.

  • Wow,da haben Sie ja eine erstaunliche Evolution durchgemacht ohne das geringste zu lernen.
    Herzlichen Glückwunsch!

  • Nicht nur nicht populär,sondern auch schlicht nicht wahr!
    Haben die Banken die Politik gerettet oder wurden mit Steuergeld die Banken gerettet?
    Nur weil Sie sich in ihrer Haut als Banker schon lange nicht mehr wohl fühlen,weil man ihresgleichen auf die Schliche gekommen ist,was höchste Zeit war und auch nicht mehr sonderlich schwer,weil offensichtlich,möchten Sie jetzt die Fakten wieder mal umdrehen.Aber die Zeiten sind vorbei mein Gudster.

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