Bankenregulierung
EU-Experte warnt vor Rosinenpickerei

Die USA sollten bei der Überprüfung der Regulierungsstandards für Banken laut EU-Experten keine Rosinenpickerei betreiben. Derzeit ringen die Regulierer um den Abschluss der Überarbeitung der Kapitalvorschriften.
  • 0

FrankfurtDie USA sollten bei der Überprüfung der globalen Regulierungsstandards für Banken nach Ansicht eines EU-Experten keine Rosinenpickerei betreiben. Aus den Vereinigten Staaten seien in den ersten Monaten der Trump-Regierung unterschiedliche Töne zu hören gewesen, schreibt Jan Ceyssens, Mitglied im Team von EU-Kommissionsvize Valdis Dombrovskis, in einer am Donnerstag veröffentlichten Publikation des Münchner Ifo-Instituts.

„Wichtig bleibt aber, dass auch die USA einer Umsetzung von vereinbarten Standards verpflichtet bleiben.“ Es wäre nicht akzeptabel, wenn nur solche Teile der Baseler Vereinbarungen umgesetzt würden, die der eigenen Bankenbranche keine großen Opfer abverlangten.

Bei den geplanten Reformen sei es wichtig, auch dafür zu sorgen, „dass neue Standards in keiner Region der Welt zu weiteren substanziellen Erhöhungen der Kapitalanforderungen führen,“ so Ceyssens. Aktuell ringen die Regulierer im Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht um den Abschluss der globalen Überarbeitung der Kapitalvorschriften.

Strittig war zuletzt, wie weit Großbanken künftig die Risiken in ihren Bilanzen mit eigenen internen Modellen herunterrechnen dürfen, um Kapital zu sparen. Manche Länder wie die USA wünschen, dass der nach internen Modellen errechnete Kapitalbedarf nicht stark von einem nach dem Standard-Modell ermittelten Wert abweichen soll. Europas Banken, die in puncto Kapitalausstattung den USA hinterherhinken, befürchten, dass ihr Bedarf dann stark steigen wird.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bankenregulierung: EU-Experte warnt vor Rosinenpickerei"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%