Bankenwarnung
Ohne Kontoumstellung droht die Pleite

Ab Februar müssen Bankkunden in Europa die neuen internationale Kontennummern (IBAN) verwenden. Firmen, die sich nicht darauf einstellen, können illiquide werden, warnt eine deutsche Großbank.
  • 7

DüsseldorfDie Hypo-Vereinsbank warnt vor Firmenpleiten in Deutschland. Grund ist die schleppende Vorbereitung auf die neuen internationalen Kontonummern. Unternehmen, die nicht rechtzeitig umstellten, dürften von Februar 2014 an kein Geld mehr von ihren Kunden einziehen, sagt Philipp Reimnitz, Bereichsvorstand Multinationale Unternehmen der Hypo-Vereinsbank. „Je nach Geschäftsmodell besteht also die Gefahr, dass solche Unternehmen schnell illiquide oder gar insolvent werden.“

Vom ersten Februar an müssen alle Bankkunden in Europa die neuen internationalen Kontonummern (IBAN) verwenden, die sich unter anderem aus der bisherigen Kontonummer und der Bankleitzahl zusammensetzt. Bei der Umstellung auf die neuen EU-Regeln für Zahlungsüberweisungen (Sepa) hinkt Deutschland im internationalen Vergleich aber hinterher. Die Deutsche Bundesbank hatte Anfang Juni vorgerechnet, dass im ersten Quartal 2013 gerade einmal 8,7 Prozent aller Überweisungen in Deutschland im Sepa-Format abgewickelt worden seien.

In den kommenden Monaten gibt es daher für die Firmen noch viel zu tun. „Das ist gigantisch, was da für eine Welle vor uns steht“, sagte Gerhard Bystricky, der bei der Hypo-Vereinsbank für die Umstellung verantwortlich ist. Aus seiner Sicht ist die Neuregelung fast mit der Umstellung von D-Mark auf Euro vergleichbar. „Aber das Problembewusstsein war bei der Euro-Umstellung deutlich stärker.“

Für Privatkunden gibt es zunächst keinen Handlungsbedarf. „ Daueraufträge oder Dauerlastschriften werden wir für Privatkunden, wann immer es möglich ist, automatisch umrechnen und auf Sepa umstellen“, sagt eine Sprecherin der Hypo-Vereinsbank.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bankenwarnung: Ohne Kontoumstellung droht die Pleite"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @chefe1962:
    Sie glauben doch wohl nicht wirklich, dass "Bankangestellte1" wirklich bei einer Bank arbeitet. Das klingt eher nach Hauptschulabschluss nicht geschafft und beim Vorstellungsgespräch für eine Bankausbildung abgelehnt. (Und zuviel Alkohol in der täglichen Diät).

  • @fwolf
    Sie haben vollkommen Recht!
    Es ist schon beschämend, wenn das Handelsblatt deratige Halbwahrheiten verbreitet, denn natürlich hat z. B. ein privater Lastschrifteinreicher Handlungsbedarf! Wo soll die Bank denn die fehlenden 5 Felder zwischen einer SEPA-Lastschrift (SDD) und einer DTA-LS herbekommen um sie zu konvertieren?
    Aber die Kommentare hier sind die Krönung: Zum großen Teil wirklich dummes Zeug, dass vorn und hinten fachlich nicht zur Brisanz des Themas passt.
    @ Bankangestellte1: Sie haben keine AHnung, weder von EU-recht, noch von DTA oder SEPA-Zahlungsverkehr. Unterlassen Sie bitte solchen Schwachsinn zu schreiben, oder haben Sie wirklich in Ihrer Bankpraxis noch nicht mitbekommen, dass die Rückgabefrist für LS, ganz egal ob DTA oder SEPA ohne Angabe von Gründen 8 Wochen beträgt. Aeber Ihnen scheinen auch sonst weder das DTA-Lastschriftabkommen, noch die SEPA-Regularien geläufig zu sein.
    Unter anderem genau daran hapert die Information, denn die Hauptmeineung, es würde sich bei SEPA lediglich um die Umstellung der Kontokennung handeln, trifft leider nur ca. 1% des SEPA-Aufwandes. Insgesamt gibt es zu SEPA ca. 2000 Seiten mehr der weniger relevante Dokumentation von EU-Richtlinien über EPC/ISO- Bundesbank-, EBA-, DK-Richtlinien hin zu einem nationalen SEPA-Begleitgesetz und neuen IBAN-Umrechnungsregeln der Bbk.
    Vielleicht zeigt allein diese Masse, dass es sich um weitaus mehr handeln muss und die Verbreitung von Halbwissen und Unsinn nicht zur Lösung dieses tatsächlich existentiellen Themas beiträgt.

  • Erhält die BIZ über die IBAN usw. die Möglichkeit, jeglichen Zahlungsverkehr zu kontrollieren? Wer weiss das? Falls ja, warum berichten die Medien nicht darüber? NSA lässt grüssen!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%